Über ELIZA und die Folgen
ELIZA (entwickelt von
1964-1967) war ein Sprach-Analyse-Programm mit dem "Skript" eines Psychotherapeuten
nach Rogers. Ihre "Veröffentlichung" hatte drei unerwartete - und
aus der Sicht Weizenbaums besorgniserregende - Folgen:
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Den Enthusiasmus praktizierender Psychotherapeuten,
Patienten in absehbarer Zeit vollständig "automatisiert" und effizient
behandeln zu können und das dem zugrundeliegende Menschenbild,
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allgemein den raschen Aufbau einer emotionalen Beziehung der Benutzer zu
ELIZA und die daraus zu folgernde Gefahr einer ungerechtfertigten Anthropomorphisierung
des Computers und
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den unter Kollegen sich schnell verbreitende Irrglauben, mit ELIZA wäre
bald der Durchbruch zum Verständnis natürlicher
Sprachen (sowohl in der Linguistik als auch in der Computerwissenschaft)
zu erwarten.
Weizenbaums Hauptthemen in seiner Forderung nach kritischem Umgang mit
Technik und Computer, die sich bis heute durch sein gesamtes Schaffen ziehen,
sind unter anderem
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das naturwissenschaftliche Menschenbild/Weltbild und die daraus erwachsende
zerstörerische "instrumentelle Vernunft",
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die Anthropomorphisierung/Mystifikation der Technik,
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die natürliche Sprache als nur dem menschlichen Sein inherent und
ihre Nicht-Formalisierbarkeit,
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die Verflechtung von Forschung, Militär und Wirtschaft sowie daraus
folgend
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das Plädoyer für eine menschliche Rationalität anstelle
einer instrumentellen Vernunft.
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