Werkzeuge und autonome Maschinen  
Die Geschichte des Menschen ist die Geschichte seiner Werkzeuge und Maschinen.Werkzeuge sind prothesenartige, lineare Erweiterungen bestehender menschlicher Fertigkeiten.Autonome Maschinen wie die Uhr oder der Computer schaffen eine neue Weltwahrnehmung und damit auch eine neue Beziehung zur Welt.Wir identifizieren uns mit und definieren uns über unsere Werkzeuge. 
Die Computermetapher  
Maschinen, Werkzeuge, Erfindungen liefern uns Metaphern zum Verständnis unserer Welt. (Beispiele)Schwierige wissenschaftliche Sachverhalte tendieren dazu, in Metapherform ihre eigentliche Bedeutung zu verlieren und eine gänzlich andere, verweltlichte Bedeutung zu erlangen. (z.B. die Relativitätstheorie oder das Knacken des genetischen Codes)Die Computermetapher hat sich im Laufe der Zeit verselbstständigt und wird nicht mehr als Metapher wahrgenommen. (Zitate) 
Was ist "Verständnis"?   
Von der Wissenschaft wird Logik oder logischer Aufbau mit "Verständnis" gleichgesetzt.Wenn etwas simulierbar ist, wird dies ebenfalls mit "Verständnis" bezeichnet.D.h. wenn wir ein Computerprogramm entwickeln können, das mit demselben Erfolg Lesen und Schreiben beibringt wie ein menschlicher Lehrer, dann haben wir den Lehrer in seiner Funktion "verstanden" und etwas Gleichwertiges geschaffen.Nach diesem "Verständnis" wäre ein Lehrer nur ein komplexer aber endlicher Operator um den gegebenen Operand "Leseunkundiger Schüler" zum gewünschten Operand "Lesekundiger Schüler" zu machen. 
Die Welt als Maschine - der Mensch als Maschine?   
"Naturwissenschaft - die weitverbreitetste Religion unserer Zeit" (Weizenbaum 1996 bei der Tagung der GEW)
Die Wissenschaft
analysiert (zerlegt in Subsysteme),
rationalisiert (entemotionalisiert),
quantifiziert (zerlegt in messbare, identische Teile)
kategorisiert (entindividualisert),
abstrahiert (entkontextualisiert) und
formalisiert (macht in Formeln beschreibbar)
die Welt um sie zu "verstehen".
Wissenschaft definiert sich geradezu über diese "objektive" Methodik ihrer Erkenntnisgewinnung.

Der Mensch (wie auch jeder einzelne Forscher) ist aber ebenfalls ein Bestandteil der Welt.Die Wissenschaft versucht nun den Menschen mit denselben Mitteln zu ëverstehení, wie sie sie bei der Welt anwendet, andere Methoden werden als unwissenschaftlich abgetan.Wenn sich "Verständnis" nur noch nach der Sichtweise der Wissenschaft richtet, dann wird bei diesem "Verständnisprozess" etwas vom Menschenbild und damit vom Menschen selbst - vielleicht unwiederbringlich - verlorengehen.Dieses Etwas beinhaltet das subjektive, nur dem Menschen und keinem noch so gutem Modell Anhaftende: All das, was wir mit allen anderen Menschen teilen, die Erfahrung des Mensch-Seins, die Einfühlsamkeit, gegenseitigen Respekt und Liebe sowie Moral und Ethik ermöglicht.Wenn Welt und Mensch nichts anderes als Maschinen sind, dann können und dürfen für alle von Maschinen simulierbaren menschlichen Tätigkeiten auch Maschinen eingesetzt werden.Wenn der Mensch nicht vollständig simulierbar ist, dann würde eine voreilige - vielleicht im guten Glauben der "instrumentellen Vernunft" erfolgende - Ersetzung seiner selbst in sozialen, zwischenmenschlichen Bereichen erhebliche Schäden anrichten.Aber "Computer" ist nur eine Metapher.
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