Die Metapher des "Navigierens" wird oft im Zusammenhang mit den Neuen Medien gebraucht - man denke nur an den "Netscape-Navigator". Navigation ist ein Begriff aus der Seefahrt, der immer ein Ziel impliziert: Durch geschickte Navigation findet ein Schiff schnell und sicher sein Ziel. In einem Informationssystem muß man navigieren können, es ist dazu geschaffen, daß gesuchte Informationen schnell und "sicher", d.h. ohne gedankliche Umwege aufgefunden werden.

Dem gegenüber steht die Metapher des "Browsers", die ebenso oft und gerne z.B. für Applikationen gebraucht wird, die wie Netscape, Explorer, Mosaic etc. digitale Daten des WWW auf den Bildschirm umsetzen. Das Wort englische Verb "browse" bedeutet aber eigentlich "flüchtig lesen", "herumstöbern" und wird in der neueren Medientheorie auch im Sinne des "geistigen Flanierens" benutzt: Walter Benjamin schrieb im "Flaneur": "... ein Rausch kommt über den, der lange Zeit ohne Ziel durch Straßen wandert ..."

Browsen scheint das genaue Gegenteil von Navigieren zu sein. Auf eine (zu) einfache Formel gebracht, können die spezifischen Systeme danach kategorisiert werden, ob sie als "Browser" oder "Navigator" funktionieren sollen.
Daß sich diese Funktionen natürlich im Screen-Design niederschlagen, dürfte klar sein:

Ein "Navigator" muß übersichtlich und handhabbar, intuitiv zu bedienen sein, um seinen Zweck zu erfüllen.

Ein "Browser" muß faszinieren, fesseln, verführen ...

browsen / navigieren
Übersicht und Verführung