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Mercedes
Benz

Die Werbe-CD-ROM von Mercedes Benz dient als Beispiel für ein Screendesign, das auch Benutzer ohne Computerkenntnisse ansprechen soll. Sie wurde so konzipiert, daß sie sowohl von potentiellen Kunden am heimischen PC genutzt , als auch auf Terminals im "Showroom" von Verkäufern vorgeführt werden kann. Da man bei beiden Nutzergruppen nicht von geübtem Umgang mit digitalen Informationssystemen ausgehen kann, wurden die Bedienungselemente überweigend in der Metapher des 3-D-Buttons gestaltet, der mit der Maus "gedrückt" werden kann.
Darüberhinaus wird über Aufklapp-Menüs navigiert, die funktional dem Windows-Standard abgeschaut sind.
"Geheimnisse" und Überraschungen, die wie bei ->"Myst", ->"EMAF 94", ->"Ursprung der Bilder" oder ->"7:Inch" die Aufmerksamkeit der Nutzer steigern, findet man kaum. Dafür ist das gesamte Screen-Design sehr übersichtlich und logisch aufgebaut - wie es sich für ein Informationssystem gehört.
Über die technonoide Ästhetik der metallisch glänzenden Rahmen- und Buttonkonstruktionen läßt sich streiten, bei einem Automobilhersteller mag diese Form der Darstellung passend sein ...

Hervorzuheben ist der relativ (z.B. zu ->Myst) schlechte Umgang mit Farbpaletten. Zwar wurde eine besondere Farbtabelle benutzt, diese ist aber, wie in der ->Vergrößerung deutlich wird, nicht geeignet, alle verschiedenen Lacke der Autos angemessen darzustellen. Um eine Abbildungsqualität, wie man sie aus den gedruckten Katalogen gewohnt ist, zu erzielen, sollte auf 16 Bit Farbe gesetzt werden oder der Aufbau des ganzen Systems dahingehend geändert werden, daß die Nutzung mehrerer unterschiedlicher Farbpaletten möglich wird.