Unterschiedliche Zielgruppen haben unterschiedliche Erfahrungen im Umgang mit Computern, darauf muß das Screen-Design abgestimmt werden. Ein spielerisches Interface, das mit Absicht nicht auf allgemein verständliche Metaphern zurückgreift, wird für ein reines Informationssystem, das auch unerfahrene Nutzer bedient, nicht in Frage kommen. Anders herum wird ein Computer-Crack, der ein packendes Adventure-Spiel erwartet, eher gelangweilt auf ein überdeterminiertes Screendesign, das sich in seiner Funktion auf Anhieb erschließt, reagieren.

Insbesondere sollten erfahrene Computerbenutzer nicht dem Irrtum verfallen, daß alles, was sie als einleuchtend oder "logisch" empfinden, genauso auf alle anderen Nutzer wirkt. Das ist etwa an der unterschiedlichen Funktion der Menüs bei Windows im Gegensatz zu MacIntosh zu beobachten: Während Windows-Gewöhnte "sticky" Menüs kennen, halten die Mac-User brav die Maustaste auf dem Windowsrechner gedrückt, um das Zuklappen des Menüs zu verhindern. Andersherum wundern sich Win-User über die ständig von selbst zuklappenden Menüs am Mac.
Wie mag es jemandem ergehen, der am Flughafen nur schnell mal die Abflugszeit seines Fliegers herausbekommen möchte, und die Frenbedienung seines TV-Gerätes gewöhnt ist?

Auch die Verwendung von Icons, Bildern und Schriftstilen sollte im Bewußtsein der Zielgruppe geschehen. Wie an den Beispielen ->Mercedes und ->1000 add One Frame leicht zu erkennen, bevorzugen potentielle Käufer eines Autos mit Stern andere Metaphern und Bilder als Besucher eines Experimentalfilmfestivals.

Weitere problemspezifische Designs finden sich unter den Beispielen:

  • Myst, "KLassiker" unter den Adventure-Spielen
  • sev:n:Inch, mixed-mode-CD für "jung-dynamisch-experimentierfreudiges" Publikum
  • The Society of Mind, Buch am Bildschirm über Marvin Minsky's Theorie des Geistes
  • 1000 add One Frame, Festival-CD zu European Media
  • CBT II, computer based training für Angestellte der Telekom
  • Der Ursprung der Bilder, Unterrichtsmaterial für den Kunst- und Philosophieunterricht an Gymnasien und Hochschulen
Zielgruppe
Problemspezifik