Ein Buch zum Bild ›Betty‹ von Richter

»1977 malt Gerhard Richter seine Tochter nach einem Foto. Auf dem dunkel gerahmten Bild ist ein Mädchenkopf auf eine Fläche, eine Art Brett gelegt; der Lichteinfall aus rückwärtiger Höhe lässt den Kopf einen Schatten daraufwerfen. Im Vordergrund und im rechten Hintergrund kann man den Verlauf der Brett- oder Tischkante sehen, welche beide Male im spitzen Winkel zum Bildrand verläuft. So erscheint der Kopf in einer zweifachen Rahmung und ›rutscht‹ auf die Betrachtenden zu. Aus dem Bild kommt uns ein Blick entgegen…«
Die Neuerscheinung von Pazzini und Härtel ist soeben im Textem Verlag Hamburg, in der beachtlichen Reihe »Stimmungs-Atlas« erschienen.

Fremde Spiegelungen – Interdisziplinäre Studien zur Bilderfahrung

Vertreter verschiedener Disziplinen diskutieren eindrucksvolle Werke der Sammlung Prinzhorn, entstanden zwischen 1880 und 1920 im psychiatrischen Kontext. Erfahrene Grenzsituationen und deren Verarbeitung in oft wahnhafte Sinnhorizonte wurden hier in ästhetische Formen gebracht.
Was ist eigentlich fremd an diesen Werken? Welche veränderte Welterfahrung wird in der scheinbaren Fremdheit sichtbar? Ist es möglich, in der Begegnung grundlegende Strukturen subjektiver Erfahrung und Lebenswelt gerade dank ihrer Verzerrungen zum Vorschein zu bringen? Individuelle Werk- und Fallanalysen öffnen den Raum für das pathische Geschehen in den Werken. Überlegungen zu kreativer Praxis und Rezeption erhellen das Verständnis für die Übergänge zwischen Normalität und Anomalität. Zum Inhaltsverzeichnis.
Darin: Sabich, Andrea: Figurationen der Verkörperung zwischen Bildwerdung und Subjektbildung. S. 95-114.

Handbuch Schweigendes Wissen

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›Schweigendes‹ Wissen spielt eine wichtige Rolle für die soziale Praxis. Für die Erziehungswissenschaft bedeutet dies u.a., Konzepte wie Materialität, Raum, Körper und Visualität in den Blick zu nehmen. Schweigendes Wissen spielt in den Feldern von Lernen und Erziehung, Bildung und Sozialisation insofern eine wichtige Rolle, als neben geplanten, rational fassbaren und anderen expliziten Faktoren auch solche das Handeln in diesen Feldern maßgeblich beeinflussen, die nicht artikuliert zugänglich und kognitiv verfügbar sind. Diese Formationen werden als ›implizites‹, ›praktisches‹, ›unbewusstes‹ Wissen oder als ›Know-how‹ bezeichnet. Im Rahmen der Erziehungswissenschaft geht mit deren Beachtung eine Hinwendung zu Konzepten der Macht, Materialität, Raum, Körper, Visualität oder Virtualität einher. Darin: Sabisch, Andrea | Wollberg, Ole | Zahn, Manuel: Ästhetische Praxis und Schweigendes Wissen. In: Kraus, Anja | Budde, Jürgen | Hietzge, Maud | Wulf, Christoph (Hrsg.): Handbuch Schweigendes Wissen in Lernen, Erziehung, Bildung und Sozialisation. Weinheim 2017: Beltz Juventa. S. 79-91.

Ungewissheit im (visuellen) Bildungsprozess

Befähigung zu gesellschaftlicher Teilhabe

Zur Frage der Ungewissheit und Irritation im Bildungsprozess ist nun ein gemeinschaftlicher Artikel der Hamburger Forschungsgruppe »Ungewissheit« entstanden, indem es darum geht interdisziplinäre fachdidaktische Forschungen an die transformatorische Bildungstheorie anzuschließen und gleichzeitig eine fachspezifische wie übergreifende Diskussion anzuregen, die über pädagogische Normalisierungen und Habitualisierungen hinaus geht.
Vgl. Ingrid Bähr, Alexander Bechthold, Ulrich Gebhard, Claus Krieger, Britta Lübke, Malte Pfeiffer, Andrea Sabisch und Wolfgang Sting: Ungewissheit und Irritation im Bildungsprozess. Didaktische Forschungen im Fachkontext von Biologie, Theater, Kunst und Sport. In: Menthe, Jürgen; Höttecke, Dietmar; Zabka, Thomas; Hammann, Marcus; Rothgangel (Hg.): Befähigung zu gesellschaftlicher Teilhabe. Beiträge der fachdidaktischen Forschung. Münster: Waxmann 2016. S. 41-69.

18. Expedition Ästhetische Bildung am 17.01.2017

Koordination: Stefanie Johns, Ole Wollberg
Datum: Di 17.01.2017, 17 Uhr
Ort: Halle für aktuelle Kunst, Deichtorstraße 1-2, 20095 Hamburg

Die 18. Expedition Ästhetische Bildung führt uns zu Beginn des neuen Jahres in die Halle für aktuelle Kunst in Hamburg (Deichtorhallen). Dort werden wir die Ausstellung »Sammlung VIEHHOF. Internationale Kunst der Gegenwart« besuchen und gemeinsam über Anregungen und Ideen ins Gespräch kommen. Eingeladen sind wie immer alle interessierten Studierenden, Referendar*innen, Lehrer*innen und außerschulische Kunstvermittler*innen zur gemeinsamen Diskussion und Austausch von möglichen Anregungen für die schulische Praxis. Anmeldungen bitte bis zum 13.01.2017 an stefanie.johns@uni-hamburg.de oder ole.wollberg@uni-hamburg.de.
Eintritt in die Halle für aktuelle Kunst mit der Dienstagskarte 5€.

Multimodales Erzählen

Am Wochenende findet in Luzern an der Fachhochschule im Bereich Design und Kunst eine Tagung zum zeitgenössischen multimodalen Erzählen statt, die von Wolfgang Brückle, Silvia Henke und Marie-Louise Nigg ausgerichtet wird. Während in der vorangegangenen Ringvorlesung bereits interdisziplinäre Positionen aus Theater, Psychoanalyse, Linguistik, Geologie, Kulturwissenschaft, Kunstgeschichte, Geschichte und Kunst thematisiert wurden, geht es auf der zweitägigen Tagung an diesem Wochenende um die Auswirkungen medienbasierter Kommunikation auf das Konzept von ›Erzählung‹.
Zum Programm: RVTagung-2016-web.
Darin: Andrea Sabisch:»Bilderzählung ohne Erzählung? Zur Figuration serieller Bildordnungen«
Wo: Hochschule Luzern – Design & Kunst
Bau 745, Aktionshalle, EG. Nylsuisseplatz 1, 6020 Emmenbrücke
Kontakt: silvia.henke@hslu.ch

Tagung »Visuelle Assoziation« 2016 im Warburg-Haus

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Vom 15.-17.September 2016 fand unsere interdisziplinäre Tagung »Visuelle Assoziation« (VA) im Warburg-Haus Hamburg statt, die vom Arbeitsbereich Ästhetische Bildung im Fachbereich Erziehungswissenschaften der UHH, unter der Leitung von Prof. Dr. Andrea Sabisch und Dr. Manuel Zahn durchgeführt wurde. Die Resonanz auf die Tagung war schon im Vorfeld überwältigend, sodass wir etlichen Personen aus Platzgründen leider absagen mussten.
Das Programm war thematisch in drei Blöcke aufgeteilt, die sich auf die drei Tage der Veranstaltung aufteilten. Nach einer kurzen Begrüßung der Veranstalter, leitete Prof. Dr. Dieter Mersch den ersten Themenschwerpunkt der philosophischen und phänomenologischen Forschungen zur VA ein, indem er konjunktionale Anordnungen von propositionalen unterschied und im Kontext eines Visuellen Denkens verortete. Im Anschluss daran zeigte der Kunsthistoriker und Kurator Dr. Roberto Ohrt an der rekonstruierten 48. Tafel Aby Warburgs, inwiefern die Anordnung der Bildensembles bei Warburg als VA bezeichnet werden können. Im Anschluss daran entwickelte der Hamburger Künstler Peter Piller seine eigene Arbeit als zeitgenössische Perspektive auf die VA, die sich nicht nur durch die Anordnung im Medium des Buches und der Ausstellung, sondern auch im Prozess der Bildauswahl aus umfangreichen Bildersammlungen und -archiven ergebe. (mehr …)

Forschungskolloquium »Medien & Bildung«

Zeit: Do, 10.11.2016 von 10-13 Uhr (s.t.)
Ort: Raum 2018 im HUL
Dieses Mal steht das gemeinsame Kolloquium unter dem Titel »Visuelle Bildung und mediale Erfahrung«. Mit einem Beitrag zur »Zur Visualität und Medialität im Bildungskontext« wird Andrea Sabisch  den Einstieg markieren. Danach werden wir mit dem Thema »Fotopraktiken als Bezugspunkt für Biografisierung in der Adoleszenz« von Michaela Kramer fortfahren. Abschließend werden die unterschiedlichen Zugänge aus kunstpädagischer und medienpädagogischer Perspektive gemeinsam diskutiert.

Kunstpädagogischer Tag 2016 des BDK Berlin

PROJEKTIONEN: Bilder in den Raum werfen und Bilder vom Raum entwerfen.
Zeit: 11. November 2016, 9:00 – 17:00 Uhr
Ort: »Atrium« Jugendkunstschule, Senftenberger Ring 97, 13435 Berlin-Reinickendorf
»Projektionen [stellen] […] in der philosophischen Auseinandersetzung mit der Entstehung von Bildern und im Umgang mit ihnen seit Platons Höhlengleichnis die Verbindung zwischen Urbild und Abbild, Realem und Vergegenwärtigtem her. (Haberer/Urban 2016, 9)Der Begriff Projektion zeichnet sich durch eine weitreichende Bedeutung aus, in der visuell-materielle Aspekte ebenso umfasst werden wie auch das Imaginäre. Bilder können projiziert werden – auf eine Wand oder im übertragenen Sinne in Form von inneren Bildern, Zuschreibungen und Vorannahmen, auf Ereignisse oder Menschen. Mit dem Kunstpädagogischen Tag wollen wir Projektionen einerseits als mediale und technische Anordnung befragen und andererseits ihre mentalen Dimensionen in den Blick nehmen. Bilder werden ›in den Raum geworfen‹, Bilder von Raum und Menschen werden ›entworfen‹.In den verschiedenen Workshops werden Möglichkeiten erprobt, Beispiele vorgestellt und Anregungen gegeben, wie in kunstpädagogischen Situationen zu und mit Projektionen gearbeitet werden kann.«
Mit einem WORKSHOP von Stefanie Johns:
OHP 2.0 – anamorphe Experimente: Good old Tageslichtprojektor – der Workshop bietet unterschiedliche Anreize für Experimente mit dem optischen Bildwerfer und stellt künstlerische Ansätze zum OHP vor. Gemeinsame Überlegungen zu analogen OHP Add-ons und digitalen Verschmelzungen verweisen auf Perspektiven für den OHP im kunstpädagogischen Kontext. Die TeilnehmerInnen sind eingeladen zu eigenen performativen, kollaborativen, filmischen, fotografischen Experimenten am und mit dem OHP.
http://www.bdkberlin.de
bdk2016_kptfaltblatt_web