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Einladung – Expeditionen Ästhetische Bildung

Unter der Federführung der Universität Hamburg (Prof. Dr. Andrea Sabisch) und der TU Dortmund (Dr. Ansgar Schnurr und Dr. Rudolf Preuss) soll im Rahmen des Bundeskongresses der Kunstpädagogik (www.buko12.de) eine Kommunikation über Formen kunstpädagogischer Lehre mittels Hospitationen zu verschiedenen Bildungsinstitutionen initiiert werden, um den kollegialen Dialog über Problemstellungen und Gelingensbedingungen von Kunstvermittlung und Kunstunterricht vor Ort zu fokussieren.
Allen Bildungsexpeditionen ist gemein, dass eine regionale Vernetzung und Partizipation zwischen verschiedenen außerschulischen und schulischen Lehrenden und zwischen verschiedenen Ausbildungsphasen (Studierende, Referendare, Lehrer, Hochschullehrer) angeboten wird. Ziel ist es, die professionelle Kommunikation und Reflexion von kunstpädagogischen Fragen der Lehre vor dem Hintergrund der unterschiedlichen institutionellen Kontexte und Perspektiven herzustellen, um Ansprechpartner und Impulse für die eigene Lehre zu erhalten. Die ca. zehn halbtägigen Expeditionen finden in Hamburg, im Ruhrgebiet und in Frankfurt an schulischen und außerschulischen Einrichtungen im Zeitraum von Mai 2011 bis April 2012 statt.
In Hamburg startet die Expedition 02 am Mittwoch, den 11.5.2011 von 09:15 bis 14:15 Uhr an der Schule Potsdamer Straße.
Expedition 05 findet nachmittags in der Frankfurter Schirn Kunsthalle statt.
Noch sind Plätze frei: Zur Teilnahme eingeladen sind Kunstlehrer/innen an allgemeinbildenden Schulen, Museumspädagog/innen, Künstler/innen, Lehrende in der außerschulischen Ästhetischen Bildung.

Bilderbücher zum Unheimlichen

Am Mittwoch, den 20.April um 19 Uhr findet die neue Ausstellung von Bilderbüchern im Foyer Von-Melle-Park 8 statt. Zwölf Studierende präsentieren ihre eigenen Illustrationen zu ausgesuchten Texten, die im Seminar „Das Unheimliche“ bei Prof. Dr. Andrea Sabisch entstanden sind. Das Plakat und die obige Postkarte hat Stefanie Frohwein mit Illustrationen von Antje Friedrich entworfen.

Loccum VIII: Call for Papers

Kunst – Sprache – Vermittlung

Beschreibungen von kunstpädagogischen Prozessen

2.-4. September 2011

Leitung: Kerstin Asmussen, Katja Helpensteller, Gila Kolb und Evelyn May

Das achte kunstpädagogische Forschungskolloquium in Loccum steht unter dem besonderen Fokus der Sprache. Diese ist für die kunstpädagogische Forschung in doppeltem Sinne bedeutsam: Zum einen in der Begegnung mit Kunst und ästhetischen Prozessen in Situationen der Kunstvermittlung, zum anderen in der Forschung darüber und der damit verbundenen Aufgabe der Dokumentation, Auswertung und Präsentation der Ergebnisse.

Als zentrales Instrument der Verständigung dient Sprache im Kunstunterricht und in der Kunstvermittlung etwa der Reflexion von eigenen ästhetischen Arbeiten, dem Feedback seitens der Lehrenden und Lernenden und der Rezeption von Kunstwerken, indem individuelle Perspektiven und Sichtweisen verbalisiert werden. Doch lassen sich ästhetische Erfahrungen und subjektive Wahrnehmungen in ihrer Gänze verbal erfassen? Gottfried Boehm etwa lehnt eine Übersetzbarkeit von Bildern in verbale Sprache ab; Ursula Brandstätter betont die Unübersetzbarkeit der ästhetischen Erfahrung in Begriffe (vgl. Lange 2010). Doch im Forschungskontext ist Sprache ein primäres Medium, um ästhetische Prozesse zu beschreiben: Schülerinnen und Schüler oder andere Personen im Forschungsfeld reflektieren ihr Tun, die Forschende wiederum beobachten, stellen Fragen, analysieren und interpretieren. Dabei bewegen sich Forschende im weiten Feld einerseits mit der eigenen Argumentation zu überzeugen zu müssen und andererseits für die Lesenden ansprechend zu erzählen (vgl. Reichertz, Soeffner 1994, S. 310).

Im Rahmen des diesjährigen Kolloquiums soll beleuchtet werden, ob und inwiefern gerade in der kunstpädagogischen Forschung ein besonderes Potential für mehrdimensionale Übersetzungsstrategien aus der Kunst heraus besteht oder bereits praktiziert wird. Welche Strategien verfolgt der wissenschaftliche Nachwuchs, um kunstpädagogische Prozesse zu beschreiben? Ziel ist es ein Nachdenken über das Verhältnis von Sprache, Kunst, Kunst-vermittlung und kunstpädagogischer Forschungspraxis anzuregen. Dr. des. Rahel Ziethen (Universität Hildesheim) wird das Kolloquium dazu mit einem impulsgebenden Beitrag bereichern.

Das kunstpädagogische Forschungskolloquium bildet eine institutionsübergreifende und betreuungsunabhängige Diskussionsplattform, die sich besonders an den wissenschaftlichen Nachwuchs wendet. Die Veranstaltung versteht sich als ein offenes Forum zum konstruktiven Meinungsaustausch. Die Teilnehmenden erhalten einerseits die Gelegenheit Fragen, Methoden, Erkenntnisse oder Problemfelder aus dem eigenen Forschungsprozess vorzutragen. Andererseits ermöglicht das Kolloquium ein Mitdenken an aktuellen Forschungsthemen und die Teilhabe an einer Forschungsgemeinschaft. In diesem Sinne sind auch Einreichungen außerhalb des benannten Themenfeldes willkommen.

Bitte senden Sie Vorschläge für Beiträge in Form eines ein- bis zweiseitigen Exposés bis zum 15. Juni 2011 per E-Mail an: gilakolb@gmx.de. Zusagen erfolgen bis Ende Juli. Die Zahl der Teilnehmenden ist auf 15 beschränkt.

Näheres erfahren Sie hier

Neuerscheinung Medienbildung und Gesellschaft

Hrsg.: Meyer, Torsten / Schwalbe, Christina / Tan, Wey-Han / Appelt, Ralf

Medien & Bildung

Institutionelle Kontexte und kultureller Wandel

Aus der Reihe: Medienbildung und Gesellschaft Bd. 20

2011. 452 S. Mit 118 Abb. u. 1 Tab. Br.
ISBN: 978-3-531-17708-3; 39, 95 €

Medien und Bildung hängen auf vielfältige Weise zusammen, auch wenn der Medienbegriff nicht auf ›Neue‹ oder ›elektrische‹ Medien verkürzt wird. Vor dem Hintergrund der aktuellen medientechnologischen Entwicklungen und der damit zusammenhängenden kulturellen Veränderungen sind (neue) Medien zu einem ›prioritären Thema‹ geworden, das die Bildungswissenschaften in ihrem institutionellen und disziplinären Selbstverständnis betrifft. Dieser Band dokumentiert ein inter- disziplinäres Diskussionsfeld, das von der Philosophie und Soziologie über die Kunst-, Medien- und Kulturwissenschaften bis zur Informatik reicht und den Raum für ein breit angelegtes Nachdenken über pädagogisch-praktische wie bildungstheoretische Implikationen des medienkulturellen Wandels für Schule und Hochschule im Rahmen einer weltweit werdenden ›Wissensgesellschaft‹ öffnet.

Inhalt: Das allmähliche Verschwinden des ‚e‘ im eLearning – Vorschlag: Medien, Kultur, Wandel – Umkämpfte Bedeutungen in Diskursen über das Internet – Übertragung. Bruchstücke einer Medien- und Bildungstheorie nach Freud – Pestalozzi, die Moderne und das Internet – Universität: Next Generation – eLearning als utopische Praxis? – In Medien lernen – Strukturale Medienbildung – Dissipatives Wissen – Die Veränderungen von Wissen in der ‚Wissensgesellschaft‘ und die fachdidaktischen Konsequenzen Kommunikation – Auf dem Weg zur digitalen Universität: Community Building 2.0 u.a.

Helga Kämpf-Jansen ist tot

Am 18. Februar ist Prof. Dr. Helga Kämpf-Jansen im Alter von 71 Jahren in Kassel verstorben. Mit ihrem Konzept »Ästhetische Forschung« legte Sie 2001 ein bald vergriffenes Buch vor, welches nicht nur im Kunstunterricht, sondern auch im Rahmen der Lehrerbildung an Hochschulen bis heute viel diskutiert wird. Mit Helga stirbt eine der ersten kunstpädagogischen Professorinnen, die kunstdidaktisch, künstlerisch und menschlich für eine Kunstpädagogik eingetreten ist, die Denken und Machen geist- und erfindungsreich verbindet. Die Pressemitteilung der Uni Paderborn finden Sie hier

Brief von Silvia Henke an Karl-Josef Pazzini

[…] In der Schweiz [jedoch] legt die Rechte weiter zu, sie wird immer lauter, immer frecher, übernimmt Mediengruppen und die Linke serbelt weg. Die nächsten Wahlen werden katastrophal: aus Angst vor dem Druck der EU wird die SVP mit ihren Lügen einer Schweiz von gestern nochmals zulegen. Wenn sie aber mit den anderen Rechten aus der Mitte auf über 50% kommt, dann haben wir bald eine Parteidiktatur. Das wird auch angestrebt. Sie würden so Institutionen wie unsere Kunsthochschule sofort schliessen. Mir ist dazu einfach auch noch in den Ohren, wie Sie in Romainmôtier einmal mit einer mahnenden Gelassenheit gesagt haben, dass es doch eigentlich gut gehe in unserer Gesellschaft, nur scheint ein Grossteil der Menschen das nicht zu merken. Woher kommt die Angst in einem Land wie der Schweiz, dem es soooo gut geht? Es ist beschämend, denn diese Angst kommt nicht aus Not. Sie entsteht vor unser aller Augen durch Propaganda.

Ich schreibe das als Einleitung, weil ich denke, man kann es nicht genug sagen: es wird ein scheusslicher Abstimmungskampf betrieben im Namen „kultureller Identität/nationaler Werte“ und man muss die Schweiz jetzt unter Beobachtung stellen bis zu den Wahlen im Herbst, weil sie noch immer so harmlos und fortschrittlich erscheint gegen aussen. Sie ist es nicht. Wenn Sie eine Plattform kennen, die eine Veranstaltung des 2010 gegründeten Forums „Kunst & Politik“ aufnehmen würde (in Hamburg), wäre das willkommen.

(www.kunst-und-politik.ch)
Es ginge weniger um die alte Frage, ob aus Kunst Widerstand kommen kann, sondern nur um die Frage: wie? […]“

Vom Hamburgs Ödland ästhetischer Bildung

Seit der gescheiterten Schulreform ist Bildung und Schulpolitik zum Tabu in Hamburgs Behörden geworden. Während Bürgermeister Ahlhaus auf seiner Homepage »Ruhe für Hamburgs Schulen« verkündet – was bei den fehlenden Bildungsplänen eher zynisch wirkt – , streicht sein Senator Wersich mit der Deputation möglicherweise am 22. Februar eine verlässliche Grundlage für die gesamte ästhetische Bildung.
Deputationen sind eine hamburgische Spezialität, die die Mitwirkung der Bürger an politischen Entscheidungen garantieren soll. Dass eine Deputation im bestehenden Proporz (=15 ehrenamtliche Bürger – 7 CDU, 6 SPD, 1 GAL, 1 Die Linke) jedoch zwei Tage, nachdem der Senator vermutlich abgewählt sein wird, über das Ende der Ästhetischen Bildung entscheidet, ist ungeheuerlich. Vor allem fehlt es aber an einer angemessenen Expertise, die die gesellschaftlichen Folgen und Dimensionen derartiger Entscheidungsprozesse aufzeigt.
Trotz des schlechten Zeugnisses in der überregionalen Presse bastelt Hamburg mit kaufmännischer Expertise nicht nur an einer rigorosen Reduzierung der Kunst naht, sondern der gesamten ästhetischen Bildung, da die Fächer Kunst, Theater und Musik keine langfristig verlässliche Planungssicherheit seitens der Behörde erhalten, wie sie in der Lehrerbildung auch an Universitäten und Kunsthochschulen in Zukunft nur noch eine unsichere Zukunft haben.
Die Kontingentierung der Stundentafel verschiebt die Verantwortung einer ästhetischen Bildung für alle auf die vermeintliche Autonomie der Schulen. Das ist keine Politik, sondern eine rein verwaltende Sparmaßnahme unter dem Deckmantel der Förderung einer dynamischen Schulentwicklung. Es findet eine Hierarchisierung von wichtigen und unwichtigen Fächern statt. Während das Kontingent für Sport fix gesetzt ist, muss in der Fachgruppe der ästhetischen Fächer wie auf einer Auktion geboten werden. Fachliche Begründungen sind kaum mehr notwendig, die Entscheidungen der Schulleitungen vermutlich meistens pragmatisch, in Abhängigkeit vom vorhandenen Personal und den Vorlieben von Eltern des Einzugsgebiets. Weiterlesen