Kunstpädagogik

Jahresausstellung der HFBK Hamburg vom 7. – 10.02.2019

Die traditionelle Jahresausstellung der HFBK Hamburg findet jährlich im Februar statt. Drei Tage lang präsentieren die Studierenden – vom Erstsemester bis zu den Absolvent*innen – ein breites Spektrum aktueller Arbeiten und Projekte aus den unterschiedlichen Studienschwerpunkten. Interessierte Besucherinnen und Besucher sind herzlich eingeladen, sich bei einem Rundgang ein Bild von den aktuellen Produktionen an der HFBK zu machen.
Jahresausstellung der HFBK Hamburg 2019
Eröffnung: Donnerstag, 7. Februar 2019, 19 Uhr
Ausstellung: 8.–10. Februar 2019, täglich 14 bis 20 Uhr
Orte: Hochschule für bildende Künste, Lerchenfeld 2 + Wartenau 15, Hamburg
Öffentliche Führungen
täglich 16 + 18 Uhr, Eingangshalle
Führung in englischer Sprache: Sonntag 15 Uhr, Eingangshalle
Schulkinder-Führungen
Samstag + Sonntag 16 Uhr, Mensavorraum
Kinderinsel
Samstag + Sonntag 15–18 Uhr, Mensavorraum
Eintritt frei, Teilnahme an Führungen kostenlos und ohne Anmeldung.
Weitere Informationen zu Film- und Performanceprogramm gibt es hier und hier.

»Arbeitstagung zum Selbstverständnis der Kunstpädagogik an einer Kunstakademie« – Nachlese

Im Zuge der »Arbeitstagung zum Selbstverständnis der Kunstpädagogik an einer Kunstakademie«, welche am 26. Oktober 2018 an der HFBK Hamburg stattfand und die u.a. Fragen nach der Sichtbarkeit und dem Stellenwert von künstlerischer Praxis innerhalb des Studiums der Kunstpädagogik aber auch dem generellen Verhältnis von Kunst und Kunstpädagogik stellte, ist im Dezember die neue Ausgabe der HFBK-Hochschulmagazins »Lerchenfeld« erschienen. In der 46. Ausgabe sind neben den Vorträgen der Referent_innen (Sara Burkhardt, Alexander Henschel, Torsten Meyer, Carmen Mörsch, Marcus Recht, Andrea Sabisch, Ina Scheffler, Nora Sternfeld und Manuel Zahn) auch Beobachtungen von Kita Nedo und Lukas Sonnemann nachzulesen die zu weiteren Reflektionen der Tagung einladen.

Eine digitale Version des Hefts finden Sie hier.
Videomitschnitte der einzelnen Panels und den dazugehörigen Diskussionsrunden finden Sie hier.

Rudolf Preuss: Lehrperformanz: Navigieren in offenen Lehr-Lernprozessen des Kunstunterrichts

Ein sehr wichtiger, aber in der kunstdidaktischen Debatte vernachlässigter Aspekt ist die Rolle der Lehrperson im Kunstunterricht.
Kunstunterricht ist ein Lehr-Lernprozess, der auf intensiven verbalen und nonverbalen Kommunikationsebenen beruht. Jede Lehrerin und Lehrer muss im Verlauf der Berufsentwicklung ihre eigene Haltung zu dem Prozess des Unterrichtens entwickeln. Mut im Umgang mit den Unterrichtsinhalte und Methoden sowie Sensibilität im Umgang mit den Kindern und Jugendlichen kennzeichnen immer wieder die Entscheidungsfelder. Wichtige Fragen zum Umgang mit der Kunst und Konzepten des Kunstunterrichts werden ins Verhältnis zu notwendigen Lehrkompetenz gesetzt.

Nähere Informationen und Download des Textes finden Sie hier.

Juuso Tervo: Intimacy with a Stranger: Art, Education and the (Possible) Politics of Love

Indem er die Geschichte und Philosophie der Bildung durch die Brille von Liebesliedern liest, fragt Juuso Tervo, inwiefern sich die Politik der Kunstpädagogik als ein Akt der Liebe verstehen lässt. Er plädiert für ein Verständnis von Liebe und Bildung jenseits der gängigen Narrative von Vollendung und Vollständigkeit und abseits jeglicher Determinierung. Ausgehend von Autoren wie Giorgio Agamben, Alain Badiou und Lauren Berlant diskutiert er, wie Liebe dazu beitragen könnte, die Politik der Kunstpädagogik radikal offen zu halten. Der Text basiert auf einem Vortrag an der Universität zu Köln vom 1. Juni 2016.

Nähere Informationen und Download des Textes finden Sie hier.

Vortrag »Bilder im Entstehen« in Kiel

An der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel hält Andrea Sabisch heute um 18 Uhr einen Vortrag mit anschließendem Workshop zum Thema »Bilder im Entstehen«. In diesem Vortrag geht es um die zeitgemmäße wie rätselhafte Frage, wie wir Bilder erfahren und wie wir diesen Prozess in der Forschung einholen können. Wie stellen sich Bilder ein? Was geschieht, wenn wir Bilder ansehen? Wie ist das Verhältnis vom Bild zum Imaginären zu denken? Wie affizieren uns Bilder? Und wie entstehen Bilder jenseits des Wiedererkennens? Wie kann man Bildfindungen und Bildwerdungen zeigen? Anhand verschiedener Beispiele zeigt die Hamburger Bildforscherin Andrea Sabisch, wie dynamische Prozesse des Bildens in Lehre und Forschung zum Thema werden können, ohne sie zu erklären oder ihnen ihre Sperrigkeit zu nehmen.

Hamburger Forschungsarbeit zu Irritation und Ungewissheit

Irritationen sind das Salz des Denkens und das Movens des Handelns. Im schulischen Alltag werden sie gegenwärtig häufig als Zumutung empfunden. Wie zeigen sie sich überhaupt? Wie kann man ihnen Raum geben, ohne sie zu instrumentalisieren? Und unter welchen Bedingungen können Irritationen produktiv und bildungsrelevant werden? Zentrale Fragen des vorliegenden Bandes sind, wie ein »irritationsfreundlicher« Fachunterricht zu denken sein könnte, wie Irritationen dort eingebunden werden und wie sie zum Gegenstand didaktischer Reflexionen werden können. Die hier versammelten Beiträge geben sowohl Antworten aus bildungs- und erfahrungstheoretischer Perspektive als auch in Form empirischer Studien aus den Fachdidaktiken Biologie, Kunst, Sport und Theater. Der Akzent liegt darauf, die Theorie transformatorischer Bildungsprozesse didaktisch zu wenden und so einen Beitrag zur fachdidaktischen wie auch erziehungswissenschaftlichen Theoriebildung zu leisten. Zum Inhaltsverzeichnis
Zitation: Bähr, I., Gebhard, U., Krieger, C., Lübke, B., Pfeiffer, M., Regenbrecht, T., Sabisch, A., Sting, W. (Hg.): Irritation als Chance. Bildung fachdidaktisch denken. Wiesbaden: Springer 2018.

Ruth Kunz: Zwischen Bildtheorie und Bildpraxis

 


»Wie sammelt sich – was in Ereignis und Ausblick flüchtig uns betrifft – zum Bild?« Mit dieser Frage eröffnet Ruth Kunz ihren Beitrag. Ausgehend von der Einbettung in historische, kulturelle und soziale Kontexte von Bildern geht Kunz auf die Wechselbeziehungen zwischen realer und irrealer Bildlichkeit ein. Der bildtheoretische Zugang betrachtet sprachliche Formen der Montage bei Uwe Johnson sowie visuelle bei Jean-Luc Godard – verbunden mit der Frage danach, wie die Bilder miteinander interagieren.
Der in der Bildpraxis verortete Teil des Beitrags beleuchtet daraufhin »Unterricht als Montage«. Auf Basis einer Praktikumsdokumentation und der damit korrespondierenden Forschungsarbeit wird deutlich gemacht, welche Rolle Recherche und Dokumentation sowie Modellbildung und Inszenierung im Kunstunterricht einnehmen können und welche Bedeutung dies für eine Verschiebung im Kunstverständnis der Schüler*innen vom Objekt zum Prozessualen haben kann. Abschließend kommt es zur Verknüpfung, zur Montage zweier Schüler*innenpositionen welche die Existenz eines dritten, »unsichtbaren« Raums nahelegt.
Nähere Informationen und Download des Textes finden Sie hier.

Literatur im pädagogischen Blick

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An der Universität Hamburg ist nun ein neuer Sammelband erschienen, der das Spannungsfeld zeitgenössischer Literatur und erziehungswissenschaftlicher Theoriebildung auslotet. Bettina Kleiner und Gereon Wulftange geben diesen Band als Festschrift für Hans-Christoph Koller im Transcript-Verlag in der Reihe Theorie bilden heraus. Sie thematisieren folgende Fragen: Wie und inwiefern können literarische Texte dazu beitragen, Aspekte der Bildungs- und Erziehungswirklichkeit zu erhellen? Worin bestehen ihre anregenden und irritierenden Potenziale für die Erziehungswissenschaft? Die Beiträger*innen des Bandes setzen sich mit aktuellen Romanen auseinander und entwickeln bildungs-, geschlechter- und adoleszenztheoretische Perspektiven auf Phänomene der Erziehung, Adoleszenz und der intergenerationalen Bewältigung von Flucht- bzw. Migrationsprozessen. Dabei zeigen sich nicht nur verschiedene erziehungswissenschaftliche Lesarten von Texten, sondern auch eine Bandbreite theoretischer Potenziale von Literatur. Beitragende: K. Böker, K. Busch, H. Faulstich-Wieland, V. King, B. Kleiner, R. Kokemohr, J. Oelkers, M. Rieder-Ladich, N. Rose, A. Sabisch, J. Vehse, A. Wischmann, G. Wulftange.

Neuerscheinung: Visuelle Assoziationen

Der Sammelband zur Visuellen Bildung, der aus der Hamburger Tagung im Warburg-Haus 2016 hervorging, ist nun erschienen! Er thematisiert angesichts der fortschreitenden Digitalisierung die Entstehung einer bildlichen Infrastrukturzwischen Bildern im Plural und ihren Verknüpfungsweisen.
Andrea Sabisch, Manuel Zahn (Hg.) Visuelle Assoziationen. Bildkonstellationen und Denkbewegungen in Kunst, Philosophie und Wissenschaft. Hamburg: Textem 2018.
Praktiken der Bildverknüpfung, so eine unserer Ausgangsthesen, sind basale Kulturtechniken, die Aufmerksamkeit stiften, unsere Blicke lenken und uns miteinander wie auch mit der Welt verbinden. Sie bestimmen unser Leben und durchdringen unsere Forschungen zunehmend. Vor diesem Hintergrund befragt der interdisziplinäre Sammelband den systematischen Ort der Assoziation im Umgang mit Bildern. Dazu stellt er der Assoziation als sprachlicher Verknüpfung und narrativer Bildverkettung die Ordnungen und Verbindungen visueller Assoziationen an die Seite. Letztere offenbaren eine andere, vielschichtige Weise medial gebahnter bildlicher Anschlüsse und Übergänge, die sich zum Imaginären hin öffnen. In dieser Perspektive widmen sich die Autor*innen und Künstler*innen den visuellen Assoziationen aus unterschiedlichen Feldern und institutionellen Kontexten der Kunst und ihrer Vermittlung, der Philosophie und der Wissenschaft. Visuelle Assoziationen kommen dabei in ihrer Medialität und Performanz in den Blick, die sich zum einen als die je spezifischen Verfahren und Praktiken der Sichtbarmachung und Konstellation von Bildern und zum anderen als Movens eines visuellen Denkens zeigen.
Mit Beiträgen von Natascha Adamowsky, Alejandro Bachmann, Andrea Becker-Weimann, Utz Biesemann, Astrid Böger, Georges Didi-Huberman, Jennifer Eckert, Mira Fliescher, Gerrit Frohne-Brinkmann, Gregor Hildebrandt, Simone Kesting, Alexander Kluge, Paula Loeding, Jan Masschelein, Michaela Melián, Dieter Mersch, Julia Metropolit, Nanne Meyer, Volkmar Mühleis, Michaela Ott, Karl-Josef Pazzini, Peter Piller, Andrea Sabisch, Michael Sailstorfer, Olaf Sanders, Caspar Sänger, Lukas Sonnemann, Stefanie Schlüter, Rebekka Seubert, Dilek Tas, Elena Weit, Susanne Witzgall, Manuel Zahn und Lena Ziese.
Ich danke allen Beitragenden für die gute Kooperation, Stefan Fuchs für die grafische Gestaltung und Nora Sdun und Gustav Mechlenburg vom Textem-Verlag für die gute und jederzeit unterstützende Zusammenarbeit.

 

Martina Leeker: (Ästhetische) Vermittlung 2.0. Von Kunst-/Vermittlung und Kritik in digitalen Kulturen


Im Aufsatz wird nach den Methoden ästhetischer Vermittlung in digitalen Kulturen gefragt. Können Partizipation und Irritation, wie sie ästhetische Vermittlung seit den 1960er Jahren nutzt, noch eingesetzt werden in einer technischen Umwelt, die auf gleichsam totale Konnektivität aus ist? Es wird vorgeschlagen, an die Stelle von partizipativen Formaten auf die Um-Bildung von datenverarbeitenden Prozessen und deren kulturellen Einschreibungen als Methodik ästhetischer Vermittlung zu setzen.