Forschung

Fabian Ginsberg: Scripted Reality

Praktisch geht es um die Bedingungen des ärgerlichen Problems, dass entweder die Öffentlichkeit, in die eine Nachricht tritt, von ihr zuvor hergestellt worden, oder der Öffentlichkeit die Nachricht bereits bekannt sein muss. Theoretisch wird die ästhetische Perspektive ersetzt durch eine epistemologische und Kunst verstanden als ein metonymisch mit anderen Bereichen der Wirklichkeitsherstellung verbundenes Feld, das geeignet ist, um von hier aus symbolische Formen metakritisch zu betrachten. Die unserer Vorstellungswelt der sogenannten Wirklichkeit zugrundeliegenden epistemologischen Modelle hinken dem vorhandenen Wissen hinterher. Die Bilder, Modelle oder Formen, die für die alltägliche Erfassung dieser Wirklichkeit benutzt werden, sind nicht nur ungenügend – sie täuschen. Während die Alltagspsychologie ihr Welt- und Menschenbild aus jahrhundertealten Modellen mixt, nutzen avanciertere Modelle des Wirklichen die verschiedenen Erklärungslücken und Kategorienfehler aus, um asymmetrische Tauschverhältnisse zu etablieren. Eine Kritik dieser Bilder kann nicht nur an der Oberfläche des Dargestellten bleiben, sondern muss die Herstellung der Darstellung untersuchen, um dann, im besten Fall, auf die Kritik ganz zu verzichten und neue Darstellungen herzustellen.
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Alexander Henschel: Kunstpädagogische Komplexität – Logiken und Begriffe der Selbstbeschreibung

Selbstbeschreibungen der Kunstpädagogik greifen oft auf binäre Logiken zurück – sei es, um eindeutige Ein- und Ausgrenzungen vornehmen zu können oder um spannungsvolle Zweierverhältnisse zum Ausgangspunkt kunstpädagogischer Überlegungen zu machen. Kunstpädagogische Komplexität ist ein Angebot, das sich neben solche Logiken stellt, wirbt dafür, Kunstpädagogik mit komplexer Logik zu beschreiben, die über Zweiwertigkeit hinausgeht. Der Text zeigt, dass Kunstpädagogik mehr und anderes sein kann als die Kopplung zwischen zweien, zwischen Kunst und Pädagogik, um sich so mit erweiterten Perspektiven auseinandersetzen zu können. Kunstpädagogische Komplexität versucht damit, mehr Angemessenheit gegenüber gesellschaftlichen Verhältnissen zu erreichen, die sich nur gewaltvoll mit Logiken der Eindeutigkeit beschreiben lassen.
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Georg Peez: Beobachten, Erheben, Aufbereiten und Interpretieren

Sammeln und aufmerksames Beobachten sind die Grundvoraussetzungen für qualitativ-empirische Forschung in der Kunstpädagogik. Der Text gibt Einblicke in Fallstudien zum ästhetisch-bildnerischen Verhalten von Kleinkindern beim Schmieren. Er knüpft Bezüge zum digitalen Malen mit den Fingern auf dem Touchscreen eines Tablet-Computers. Durch differenzierte Beschreibungen und Interpretationen ästhetischer Prozesse in kunstpädagogisch relevanten Bereichen können im Fach Tätige angeregt werden. Neue Sichtweisen eröffnen sich. Kunstpädagogik wird durch qualitativ-empirisches Forschen um Aspekte und Einsichten bereichert, die ihr so durch kein anderes wissenschaftliches Forschungsverfahren geboten werden.
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Vortrag an der KHS Kassel: »Sehend involviert werden«

In der Kunsthochschule Kassel gibt es das Format »Punkt Sechs«, ein kunstpädagogisches Forum zum wissenschaftlichen Austausch über Forschung und Lehre, das Prof. Dr. Tanja Wetzel veranstaltet. Am Di, den 18.06.2019 um 18.00 Uhr spricht Prof. Dr. Andrea Sabisch zum Thema »Sehend involviert werden« über prozessuale Fallverläufe ihrer Studien zu Bildwerdung und Bilderfahrung.

Digital Things. Neue Dinglichkeit seit dem Internet – Symposium 21.-22.06.2019 in Köln

Das interdisziplinäre Symposium Digital Things. Neue Dinglichkeit seit dem Internet widmet sich den Auswirkungen von Digitalität auf die Konstitution physischer Dinge und ihren veränderten relationalen Gefügen. In Beiträgen aus der bildenden Kunst, der Bildungs-, Medien-, Kunst- und Designwissenschaft sowie der Philosophie bündeln sich verschiedene Perspektiven auf die Fragen nach digitaler Dinglichkeit: Auf welchen Ebenen schreibt sich das Digitale in die Dinge ein? Inwiefern dürfen Dinge und ihre Materialität als von sich aus aktiv und vor allem konstitutiv für digitale Kulturen verstanden werden? Und wie wirken sich diese Kulturen wiederum auf Subjektverständnisse und Subjektivierungsprozesse aus? Das Symposium begleitet ein Screening künstlerischer Videoarbeiten, in denen neue Formen von Dinglichkeit ästhetisch verhandelt werden.
Weitere Informationen finden Sie hier.

Hamburger Dispute – Zukunftsthemen der Bildungsphilosphie.

Seit 2012 finden unter dem Namen »Wittenberger Gespräche« Arbeitstagungen statt, auf denen aktuelle erziehungswissenschaftliche Themen aus kulturwissenschaftlicher Perspektive interdisziplinär diskutiert werden. Die Wittenberger Gespräche werden von wechselnden Organisationsteams an verschiedenen Orten ausgetragen; die Ausgestaltung wird vom lokalen Organisationsteam bestimmt. In diesem Jahr organisieren Olaf Sanders und Michael Wimmer die Wittenberger Gespräche als Hamburger Dispute zu Zukunftsthemen der Bildungsphilosophie.
Die Arbeitstagung findet vom 16. – 18. Mai 2019 im Thomas-Ellwein-Saal der Helmut-Schmidt-Universität/ Universität der Bundeswehr Hamburg statt. Weitere Informationen sowie den Ablaufplan finden Sie in der angehängten pdf-Datei.

»Macht: Macht.« – 16. Kunstpädagogisches Kolloquium in Loccum

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SNAP! The Power (Official Video) auf Youtube

„You’ve got the power“ singen Snap! in ihrem Song Power von 1990. Eine in diesem Sinne selbstermächtigende Haltung ist in politisch beunruhigenden Zeiten wie der gegenwärtigen ein Ziel von kunstpädagogischem Handeln – ob in der freien Kunstvermittlung, an der Schule oder im Bereich kunstpädagogischer Theorie sowie Lehre und Forschung an den Hochschulen. Abstracts zu Beiträgen gerne bis zum 01. Juni an loccum@gmx.net. Weitere Information zu finden Sie hier.

Bewegtbilder 2019 – Modalitäten des Bildes: Der Multimodalitätsbegriff aus bildwissenschaftlicher Perspektive – Tagung

Am 09. und 10. Mai findet in an der Fachhochschule Kiel die Tagung Bewegtbilder 2019 statt. Die Tagung widmet sich der Frage nach verschiedenen Dimensionen eines integrierten Modalitätskonzeptes und dessen Rolle in konkreten Gestaltungsprozessen. Eine ausführliche Beschreibung sowie Informationen zur Tagung finden Sie hier.
Die Anmeldung zur Tagung ist per Email an patrick.rupert-kruse@fh-kiel.de zum 3. Mai 2019 möglich. Die Teilnahme ist kostenlos. 

Tagungsband: »Begriff«

Im Universitätsverlag Siegen erschien vor kurzem der zweite Tagungsband zu der Tagung »Begriff—–Praxis«, die im November 2017 an der Universität Siegen stattfand. Nach dem ersten Band mit dem Titel »Praxis« versuchen die Beiträge in »Begriff« »eine weitere Ebene der Auseinandersetzung zu dokumentieren. Darin enthalten sind Beiträge, die im Nachgang zur Tagung enstanden, gewachsen und manchmal auch gewuchert sind.«
Unter anderem erschien in dem Band ein Beitrag von Stefanie Johns und Nadia Bader mit dem Titel »do not touch«.
Zitation: Eckes, M.,Gernand, D. (Hg.): Begriff. Siegen: Universitätsverlag Siegen 2019