Kommunikation

Symposium »Gesellschaft. Text. Bild. Spekulative Philosophie im Exil«

40 JAHRE MERVE-VERLAG – EINLADUNG ZUM JUBILÄUM
Der Merve-Verlag Berlin hat dem französischen Poststrukturalismus um Jean Baudrillard, Gilles Deleuze und Michel Foucault in Deutschland zum Durchbruch verholfen. Auch heute, 40 Jahre später, hält Merve seine Stellung als alternativer, immer unkonventioneller Verlag für Kunsttheorie. Wir feiern den Geburtstag auf zwei Veranstaltungen:

1. Symposium »Gesellschaft. Text. Bild. Spekulative Philosophie im Exil«
Freitag, 12. Februar 2010, 11 – 16 Uhr, Aula der HFBK
Initiativvorträge zu Merve und Diskussion zur Entwicklung der
Kunsttheorie in den letzten Jahrzehnten von und mit:
*Peter Gente, Verlagsgründer Merve, Berlin/Thailand;
*Tom Lamberty, Geschäftsführer Merve, Berlin;
*Philipp Felsch, Wissenschaftshistoriker und Merve-Experte, Zürich;
*Wolfgang Hagen, Leiter Kultur-/Medienforschung beim DRadio, Berlin;
*Peter Weibel, Direktor des ZKM und Leiter des Merve-Archivs, Karlsruhe;
*Harald Falckenberg, Hamburg, Moderator.
Lerchenfeld 2, 22081 Hamburg, www.hfbk-hamburg.de
2. MERVE-Präsentation + Ausstellungseröffnung WEIßER SCHIMMEL
Freitag, 12. Februar 2010, 17 Uhr + 19 Uhr, Sammlung Falckenberg
In der Sammlung Falckenberg werden anlässlich der Eröffnung der von den
Künstlern Nicola Torke und Christoph Grau kuratierten Ausstellung WEIßER
SCHIMMEL sämtliche verfügbaren MERVE-Bände gezeigt und ab 17 Uhr in
einem Rundgang von Peter Gente, dem Verlagsgründer, vorgestellt.
Wilstorfer Str. 71, 21073 Hamburg, www.sammlung-falckenberg.de

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In der Schriftenreihe zur Genealogie des Schreibens ist der neue, von Martin Stingelin und Matthias Thiele herausgegebene Band Portable Media im Fink-Verlag erschienen. In 16 Beiträgen werden hier die unterschiedlichen medialen Praktiken des Schreibens und Aufzeichnens (von Notizbüchern über Tonbandaufzeichnungen bis hin zu fotografischen und filmischen Aufzeichnungen), mitsamt ihren optischen und akustischen Schreibwerkzeugen thematisiert und auf ihre präfigurierende Bedeutung im Akt des Schreibens, Graphierens und Memorierens hin befragt. Über meinen Beitrag zur „Expedition und Ozeanographie“ schreiben die Herausgeber:

„Eine außergewöhnliche mobile Aufzeichnungsszene umkreist Andrea Sabisch, die sich den Tauchfahrten des Hamburger Künstlers Stephan Mörsch zuwendet, der eine Schreibtafel, wie sie auf Tauchgängen für Notizen und Mitteilungen an den Tauchpartner benutzt wird, für das Zeichnen unter Wasser umgerüstet hat. Durch den Mobilitätstyp des Tauchens werden die Grenzen und Widerstände des verschiedenen Faktoren des Aufzeichnunsaktes verfremdend provoziert und thematisiert. Da das künstlerische Experimentalprojekt zugleich mit der Konstruktion und dem Einsatz meertauglicher Zeichenmaschinen einhergeht, die die Meeresbewegung automatisch aufzeichnen, kontextualisiert Sabisch die künstlerischen Arbeiten zudem durch Facetten der Kulturgeschichte des Meeres und der Geschichte der Ozeanographie.“

Wulftange rezensiert das Buch „Inszenierung der Suche“

Im Doppelheft des ZQF zum Thema »Zugänge zu Erinnerungen. Psychoanalytische, pädagogische und biographietheoretische Perspektiven und ihre theoretischen Rückbindungen«, welches nun endlich erschienen ist, schreibt Gereon Wulftange eine neue Rezension zu meinem Buch »Inszenierung der Suche«. Darin heißt es u.a.: »Die Arbeit zieht in ihren Bann, weil und indem sie vorführt, dass die eindeutige Trennung vom so genannten Forschersubjekt (dem ,Erkenntnissubjekt‘) und seinem objektivierten Gegenstand (den ,Dingen der Welt‘) illusorisch ist, dass sich beide vielmehr wechselseitig durchdringen. Das kann man während der Lektüre nachdenkend erfahren. So wird man regelrecht in einen Denkprozess gezwungen, wie z.B. die ,eigene‘ Wissenschaftspraxis mit dem ,Anderen‘ des Gegenstandes verfahrt, ihn formt und als solchen allererst hervorbringt. Die Arbeit kann unter diesem Gesichtspunkt als fundierte Wissenschaftskritik gelesen werden. […]
Dieses Buch bietet eine beeindruckende Fundgrube faszinierender Denklinien und gibt als ,Entwurf einer wissenschaftskritischen Grafieforschung‘ dem Kunstpädagogen ebenso zu denken wie dem allgemeinen Erziehungswissenschaftler.« Zur Rezension

Kommentare zum kunstpädagogischen Kongress

Der kunstpädagogische Bundeskongress in Düsseldorf unter dem Motto „Orientierung: Kunstpädagogik“ stieß, bis auf den Forschungstag und die Arbeit in den Sektionen, bei vielen Teilnehmenden auf Protest. Erfrischender Weise können Sie die auf der Tagung unterbundene Kritik von Einzelnen (Torsten Meyer, Manfred Blohm, Mark Fritzsche u.a.) hier nachlesen und kommentieren.
http://mms.uni-hamburg.de/blogs/meyer/blog/2009/10/29/bundeskongress-kunstpadagogik-2009-hallo-welt/

Loccum VI – Erkennen, verstehen und rekonstruieren im kunstpädagogischen Feld. Zur Integration quantitativer und qualitativer Methoden

Im sechsten kunstpädagogischen Forschungskolloquium an der evangelischen Akademie in Loccum diskutierten 15 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Erziehungswissenschaft und Kunstpädagogik Anfang September miteinander, wie das Verhältnis von quantitativen und qualitativen empirischen Forschungsverfahren gegenwärtig zu denken sei. Dabei ging es sowohl darum, Begründungen und Geltungsansprüche der Forschungsergebnisse im Zusammenhang der gewählten Methode und Frage genauer zu reflektieren, als auch um die Frage der jeweiligen Erkenntnisgenerierung, insbesondere zwischen qualitativen und quantitativen Forschungsdynamiken und -methodologien. Wie auch in den letzten Jahren fand auch die diesjährige Planung und Konzeption des Kolloquiums unabhängig von institutionellen Anbindungen und Betreuungsverhältnissen statt. Im Unterschied zum letzten Jahr hat das Leitungsteam (Jörg Grütjen, Dr. Anja Mohr, Katharina Küstner und Dr. Ansgar Schnurr) allerdings einen Gastredner, Prof. em. Dr. Peter Schmidt eingeladen, der nicht nur eine äußerst kompetente Einführung in zentrale Fragestellungen gab, sondern darüber hinaus auch die Teilnehmenden zu Ihren eigenen Forschungsfragen und Materialien beriet. Mehr