Kommunikation

shift in art education

Das erste Buch der Initiative zum Bundeskongress 2010-2012 ist erschienen. Es heißt „Shift- Wandel, Wechsel, Verschiebung, Verlagerung, Veränderung“ und behauptet einen Wandel der kunstpädagogischen Rahmenbedingungen mit Blick auf drei große Schlagworte: #Globalisierung #Medienkulturen und #Aktuelle Kunst. Ausgehend von Arbeitsprozessen aus vier Arbeitsgruppem entstand ein interessanter Sammelband, der versucht partizipartorische Formen, Themen und Fragen in eine entsrechende Buchform zu übersetzen. Sehr unterschiedliche Textformen, vom Statement über Tagungsberichte, Essays bis hin zu kleinen „Lexikoneinträgen“, machen dies Buch nicht nur unterhaltsam, sondern auch anregend für weiterführende Diskussionen in der Lehre oder auf dem Bundeskongress im Oktober.

 

 

Expedition: „Louise Bourgeois. Passage dangereux“, 03.05.12, 18h

Hervorgegangen aus den Bildungsexpeditionen des BuKo12 setzt sich dieses institutions- und spartenübergreifende Kommunikationsforum nun weiter fort. Am Donnerstag, den 03. Mai findet unser nächsten Treffen statt zum gemeinsamen Besuch der Ausstellung „Louise Bourgeois. Passage dangereux“ in der Kunsthalle Hamburg. Auch diese Expedition soll Raum bieten zum Austausch und kollegialen Dialog zwischen Kunstpädagogik, Kunst- und Kulturvermittlung, schulischen und außerschulischen Arbeits- und Forschungsfeldern.

Im Zentrum der Auseinandersetzung werden die Arbeiten der Künstlerin Louise Bourgeois stehen und Fragen nach Möglichkeiten und Grenzen in der Begegnung mit und Vermittlung von diesen komplexen Werken. Welche Vermittlungsformate sind hier denkbar und in einem Ausstellungsbesuch realisierbar? Wie viel „Vermittlung“ ist notwendig und wie lassen sich Bezugnahmen zwischen „subjektiv-assoziativen“ und „wissensvermittelnden“ Methoden beschreiben bzw. begründen? Aus der Entwicklung und Reflexion konkreter Ideen zur Gestaltung und Umsetzung eines Ausstellungsbesuchs werden Diskussionen möglich über Unterschiede wie Gemeinsamkeiten im jeweiligen professionellen Bildungsverständnis der einzelnen TeilnehmerInnen und den verschiedenartigen Vermittlungsbegriffen.

 

Hinweis zur Organisation:

Da Prof. Dr. Andrea Sabisch an diesem Termin leider kurzfristig verhindert ist, wird Evelyn May (wissenschaftliche Mitarbeiterin im Arbeitsbereich Bildende Kunst der Universität Hamburg) das Treffen koordinieren und moderieren. Diese Lösung ermöglicht es, dass der Ausstellungsbesuch stattfinden kann und ein kontinuierlicher Austausch erhalten bleibt, den wir als besondere Qualität dieses Kommunikationsforums gerne fortführen möchten.

BDK-Mitglieder erhalten freien Eintritt in die Kunsthalle, der normale Eintrittspreis beträgt ansonsten 12 Euro pro Person. Da außerdem eine Führung durch die Ausstellung geplant ist, fällt zudem ein Unkostenbeitrag an.

Der gemeinsame Treffpunkt ist um 18 Uhr der Eingangsbereich des Hubertus-Wald-Forums.

Anmeldung bis zum 27.04.2012 per Mail oder telefonisch an Evelyn May:

evelyn.may@uni-hamburg.de

040/42838-2158

Tagung zum Bilderbuch im Juni

Bilderbücher sind mehr als visuell gestützte Erzählungen oder textuell kommentierte Bildserien. Bilderbücher sind kulturelle Transformatoren von symbolischen und imaginären Welten. Während sich die Besonderheit des Bilderbuchs aus der Doppelstruktur von Text und Bild speist, ist die Praxis der Bilderbuchrezeption geprägt von einseitigen Umgangsweisen: Noch immer werden Bilderbücher zumeist auf eine Narration hin rezipiert. Gleichzeitig fällt auf, dass der Umgang mit dem spezifisch Bildlichen Unsicherheiten provoziert. Dies steht in einem Spannungsverhältnis zum gesellschaftlichen Mediengebrauch und ästhetischem Erfahrungswandel. Durch die digitale Zäsur verändern sich nicht nur visuelle Darstellungsmodi und Kommunikationsstrukturen, sondern auch Text-und Bildrelationen des bisher so traditionellen Mediums. Im Bilderbuch wird mit Nähe und Ferne zwischen Text und Bild, mit textuellen und visuellen Leerstellen, mit Blick- und Leserichtungen experimentiert. Neue Formate, wie z.B. die Graphic Novel, assoziative Bildserien oder offene Bildepisoden entstehen. Es verwundert nicht, dass sich mit dem wandelnden Verständnis des Bilderbuchs auch die Adressatenkreise und der Wirkungsanspruch dieses Genres verändern. Bilderbücher sind vermehrt als All-Age-Bücher konzipiert, die zum Assoziieren und Befragen herausfordern.

Inwiefern aber lässt sich das Bilderbuch selbst befragen? Was ist in theoretischer und didaktischer Hinsicht fragwürdig an diesem facettenreichen Medium? Welche Bildungs- und Lernpotenziale bietet das Bilderbuch? Was ist das spezifisch Visuelle und Textuelle? Wie lässt sich darüber sprechen? Wie kann man visuell darauf antworten? Was sind spezifisch ästhetische Erfahrungen mit Bilderbüchern? Wie wird das Imaginative in Bilderbüchern hervorgerufen? Welche Rezeptionszugriffe entwickeln Kinder auf unterschiedliche Formen der Text-Bild-Relationen? Welche Interaktionsformen zwischen Bilderbuchvermittler/innen und Kindern gibt es? In welchem Verhältnis stehen diese zu den je spezifischen Potenzialen des Bilderbuchs? Welche Fragen kann eine interdisziplinäre Grundlagenforschung zur Bilderbuchrezeption behandeln? Wie kann eine Produktionsforschung gedacht werden?

Die Arbeitstagung richtet sich an interdisziplinär Forschende, Doktoranden und Studierende. Das Programm finden Sie hier.
Eine vorherige Anmeldung per Mail wird erbeten an andrea.sabisch@uni-hamburg.de und iris.kruse@uni-hamburg.de

Forschungskolloquium „Schreiben, Zeichnen, Forschen“ im Mai

Interessierte Wissenschaftler/innen am Forschungskolloquium mit dem Thema „Schreiben, Zeichnen, Forschen“ sind herzlich eingeladen am 11. Mai 2012 in die Universität Hamburg zu kommen. Mit diesem Kolloquium soll der Versuch gestartet werden, Forschende im deutschsprachigen Raum zusammen zu bringen, die sich mit den Relationen und der spezifischen Medialität und Materialität von Bild und Sprache wissenschaftlich auseinandersetzen. Während schriftliche Notationspraktiken und Aufzeichnungen bereits im 20. Jahrhundert in der Forschung thematisiert wurden, kann man gegenwärtig die theoretischen Debatten über die Relevanz des Visuellen in Erkenntnisprozessen mit verfolgen. So entstehen derzeit Forschungsarbeiten zum Thema des Zeichnens, zur medialen Übersetzung von Bild und Sprache, zur „Visual literacy“, zum Sprechen über Kunst oder zur Kategorisierung visueller Erfahrung.

In diesem ersten Kolloquium soll vormittags ein Austausch zwischen den Beteiligten angeregt und die eigenen Forschungsarbeiten vorgestellt werden. Nach einem gemeinsamen Mittagessen stellen dann Christoph Hoffmann (Universität Luzern) und Judith Marlen Dobler (Hochschule für Gestaltung und Kunst Basel) ihre eigenen Forschungen vor. Ziel ist es eine neue interdisziplinäre Forschungsgruppe zu gründen.
Das Programm finden Sie hier.

Interessierte richten sich bitte per Mail mit kurzer Angabe zum eigenen Forschungsprojekt an andrea.sabisch@uni-hamburg.de

Veranstalterin: Prof. Dr. Andrea Sabisch

Wo?
Universität Hamburg
Fakultät 4, FB Erziehungswissenschaft
Ästhetische Bildung
Von-Melle-Park 8
Raum 504
D – 20 146 Hamburg

Tagung Subjekt, Medium und Bildung

In der Universität zu Köln findet vom 22.-24.03.2012 eine Tagung zum Thema „Subjekt Medium Bildung“ statt, die von Torsten Meyer und Benjamin Jörissen in Kooperation mit der wissenschaftlichen Sozietät Kunst, Medien, Bildung und dem Theorieforum Medienpädagogik veranstaltet wird.

Das Tagungsvorhaben befasst sich mit dem zunehmend offensichtlicher werdenden Missmatch von wesentlich auf das 18./19. Jahrhundert zurückgehenden theoretischen Konzeptionen von Bildung, die diese als ein auf das Subjekt als Individuum (und das Individuum als Subjekt) bezogenes Phänomen denken, und den wesentlich auf kollaborativen und netzwerkförmigen sozio-technischen Prozessen beruhenden Bildungs-Praktiken in globalen, digitalen Kommunikationsnetzen.

Veränderte Medialität führt zu veränderter Subjektivität: diese mediologische These im Schnittfeld von Medien- und Bildungsgeschichte(n) soll im Zentrum der Tagung stehen. Nichts ist so gravierend für das Selbst-Verständnis einer Gesellschaft wie die geschäftsführenden Verbreitungsmedien (Luhmann). So war das Buch nicht nur in metaphorischem Sinn das bevorzugte Behältnis der großen Erzählungen. Mit der massenhaften Reproduktion des druckbaren Wissens nahm auch die Erzählung von der „Bildung des Menschen“ (Humboldt) als Bücher lesendes Individuum ihren Lauf. Und auch der Individualisierungsschub, den die Erfindung der Zentralperspektive als Abbildungstechnologie, Symbolische Form (Panofsky) und als imaginäre Struktur ausgelöst hat, war der Entstehung des wohl definierten und autonomen, bürgerlichen Subjekts mehr als zuträglich. Sind es aber die Strukturaspekte gesellschaftlicher Leitmedien, in denen Subjektivität entsteht und geformt wird, muss diese im Kontext radikaler Leitmedienwechsel immer wieder hinterfragt werden.

In der „informatisierten Gesellschaft“ – nun in der Version 2.0 – verliert das alte Prinzip, wonach der Wissenserwerb unauflösbar mit der Bildung des Geistes und der Person verbunden ist, an Bedeutung. Wissen wird zu etwas Äußerlichem, das nicht mehr in, sondern zwischen Köpfen gedacht wird. Es beginnt sich eine neue Form des Verhältnisses zum Wissen zu etablieren, die mit Subjekt-Wissen, Mensch-Wissen, Buch-Wissen, Bibliotheks-Wissen und Schul-Wissen nur noch marginal zu tun hat: Das Subjekt von Bildungsprozessen unter den Bedingungen globaler Vernetzung muss – anders als wir es bislang den bildungstheoretischen Traditionen entsprechend zu denken gewohnt sind – möglicherweise auf das „lernende Netz“ und die sich darin bildenden Communities bezogen werden gedacht werden. In der Folge von „Communities of Practice“ (Wenger) und „Communities of Project“ (Faßler), von „lernenden Gemeinschaften“ und deren „kollektiver Intelligenz“ (Levy) verliert das Individuum als erkenntnistheoretisches Paradigma an Exklusivität zugunsten des Wissen schaffenden Projekts und der sich darum bildenden Community: Mit den Erzählungen von der Aufklärung und der Emanzipation, der Idee vom Fortschritt, dem Diskurs der Wahrheit und der Vorstellung vom Wissen schaffenden Subjekt als kartesischem cogito hat das immer weniger zu tun.

Zum Programm

Forschung zur visuellen Bildung

Unter dem Titel „Kinder sprechen über Bilderbücher – Forschung zur visuellen Bildung“ hält Andrea Sabisch morgen um 19 Uhr in der Reihe mitReden! einen Vortrag im Hamburger Kinderbuchhaus im Museum Altona. Er handelt davon, dass Visuelle Bildung mehr ist, als ein „Lesen“ von Bildern oder ein wiederentdeckendes Sehen. Vielmehr beginnt visuelle Bildung mit einem individuellen Aufmerksamwerden auf etwas, mit einem Staunen oder einer Fremdheit. Aber wie kann man dieses Aufmerksamwerden erforschen? Wie kann man ein bildendes Sehen durch Bilderbücher hervorrufen? Welche Bilderbücher eröffnen Kindern die Möglichkeit des visuellen Staunens? Wie hängen Sehen und Denken, Bild und Sprache zusammen? Und wie erzeugen Bilder Sinn?

Netzwerk Kunstpädagogik

Ausgehend von den Expeditionen Ästhetische Bildung im Rahmen des Bundeskongresses der Kunstpädagogik, trafen sich Freitag Vertreter/innen der Kunstpädagogik an der Universität Hamburg zum Auftakt eines institutionsübergreifenden Gesprächs. Elf Lehrende von Schule und Hochschule, Studierende und Referendarinnen berieten über Möglichkeiten der zukünftigen Kooperation und Vernetzung, sowie über potentielle Reflexionsformen der kunstpädagogischen Vermittlung. Im Sommersemester soll dieser Dialog kontinuierlich weitergeführt werden. Dazu werden rechtzeitig Veranstaltungen bekannt gegeben. Interessierte wenden sich bitte an andrea.sabisch@uni-hamburg.de.

Expedition Ästhetische Bildung

Die achte Expedition Ästhetische Bildung fand an der Hamburger Stadtteilschule Eidelstedt statt. An dieser Schule können Schülerinnen und Schüler der 10. Klasse an einem Tag in der Woche ihr so genanntes “Profil”, in diesem Falle “Kunst” studieren. In sechs zusammenhängenden Stunden erfahren sie, wie es ist, über Monate an einem selbst gewählten Thema individuell und im Team zu arbeiten. Die 10. Klasse im Kunstprofil von Julie Heitmann wählte das Thema: “Alice – Bist Du im Wunderland?” Nachdem die Schülerinnen und Schüler mit der engagierten Lehrerin schon viel zeitgenössische Kunst in Berliner und Hamburger Museen und Galerien (u.a. die Wunder-Ausstellung in den Deichtorhallen) kennengelernt hatten, sollten sie an diesem Tag ihre individuellen Projekte fertigstellen und präsentieren. Eine Aufgabe bestand darin, Szenerien aus “Alice im Wunderland” auf die eigene Schule zu übertragen, sich entsprechende Orte zu suchen und räumliche Modelle, Grundrisse und Gestaltungsideen zu entwerfen, an denen die Szenen als Bühnen für ein Theaterstück in mehreren Loops entwickelt werden können. Alle Teilnehmenden (Hochschullehrende, Studierende und Referendare) fühlten sich von diesem individualisierten Unterricht in den Bann gezogen: Neben einem von den Schülerinnen und Schülern entworfenen visuellen Blog, wurden die unterschiedlichsten Modelle gebaut, Ansichten gezeichnet, tagebuchartige Eintragungen in ein Kunstheft aufgezeichnet, Streetart-Ideen zu Alice umgesetzt, die Kunstbibliothek genutzt, Software für 3-D-Darstellungen oder Grundrisse ausprobiert, Kostenvoranschläge erstellt, Zeit- und Ablaufpläne zur Realisierung angefertigt und über Probleme der Darstellung gesprochen.

Beeindruckend war die Kombination aus einer konzentrierten und individuellen Herangehensweise von Einzelnen und Teams als auch aus einer ansteckend herzlichen und offenen Arbeitsatmosphäre, die im Wechselspiel mit der verbindlichen und überaus kompetenten Lehrerin Julie Heitmann entstand. Dies zeigte sich auch daran, dass in der gemeinsamen Reflexion der Expedition noch einige Schülerinnen freiwillig blieben, um mitzusprechen und zuzuhören. Insgesamt hinterließ dieser Tag bei allen Teilnehmenden sehr eindrucksvolle Momente, die zahlreiche Ideen und Motivation für eigene innovative Unterrichtsprojekte und neue Kooperationen entstehen lassen.

Art EduCamp Köln

An diesem Wochenende findet im Rahmen des Bundeskongresses der Kunstpädagogik ein Art EduCamp in Köln statt. Das ArtEduCamp folgt der Tradition der sogenannten BarCamps und lässt als offene, hierarchiearme Tagungsform insbesondere junge Kunstpädagoginnen und Kunstpädagogen – Studierende, Referendare und Nachwuchswissenschaftler (aber selbstverständlich nicht nur diese!) – mit ihren Fragen, Visionen und kulturellen Horizonten zu Wort kommen und am Gesamtprozess Buko12 nachhaltig partizipieren. Mehr