Lehre

Lehrer-Performances: Guten Morgen, Herr Grote!

In der von Manuel Zahn gegründeten Reihe Lehrer-Performances. Spiel/Film-Beispiele besprechen wir den Film

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Guten Morgen, Herr Grothe!
Präsentation und Diskussion des Films mit Andrea Sabisch und Manuel Zahn
Zeit: Donnerstag, 4. Dezember 18.00 Uhr
Ort: Raum 504, VMP 8

Lars Kraumes Film zeigt einen Ausschnitt aus der Arbeit und dem Leben der Lehrerfigur Michael Grothe. Der 37-jährige ist Deutsch-Lehrer an einer Berliner Haupt- und Realschule. Grothe liebt seinen Beruf – und tut das vielleicht zu sehr. Seine Ehe ist längst gescheitert, sein Sohn lebt bei der Mutter und auch die Beziehung zu seiner Kollegin Lisa steht auf der Kippe. In leisen aber beeindruckenden Bildern regt der Film dazu an über das Begehren des Lehrers, sein Engagement in der Lehre, aber auch über seine Ohnmacht gegenüber den Schülern nachzudenken.

Lehren bildet – Das Rätsel unserer Lehranstalten

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Was passiert eigentlich, wenn wir lehren? Wie kann man den komplexen Vorgang der Lehre, der mit einer Unterstellung oder einen Zutrauen anhebt, einer Übertragung gleicht und immer etwas mit dem Wünschen zu tun hat, mit Verantwortung, Fragen und einem Gespräch, wie kann man diesen Vorgang denken? Welche Konzeptionen der Lehre gibt es? Wie hängen Lehren und Lernen miteinander zusammen?

Solche und ähnliche Fragen stellten sich den Teilnehmenden des interdisziplinären Colloquiums unter der Leitung von Prof. Dr. Karl-Josef Pazzini und Prof. Dr. Michael Wimmer im Warburg-Haus am letzten Wochenende. Gerade vor dem aktuellen Hintergrund des tief greifenden Umbaus von Schule und Universität, der seit Bologna die Bildungsinstitutionen in berufspragmatisch ausgerichtete Lernanstalten verkehrt, thematisierte die Tagung den Versuch einer kritischen Analyse der gegenwärtigen Bildungssituation.

Im Zentrum stand dabei die zukunftsgerichtete Frage, was an und in der Lehre nicht in messbare Daten übersetzt werden kann und was daraus folgt, wenn Bildung sich für die Messbarkeit zurichtet. Zum Programm

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Neue Studiengänge, neue Textsorte

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Die von Manfred Blohm herausgegebenen Anthologie „Kurze Texte zur Kunstpädagogik“ ist eine Antwort auf die neuen Studienbedingungen der Bachelorstudiengänge in der Kunstpädagogik. Sie umfasst Texte, die jeweils in 15 bis 20 Minuten lesbar sein sollen und die Bereiche Kunstgeschichte, Zeitgenössische Kunst, Dinge – Räume – Alltag sowie Fachdidaktische Fragestellungenauf unterschiedliche Art und Weise miteinander verknüpfen und zuspitzen. Als bewusst heterogene Textsammlung von 28 Autoren aus Schule und Hochschule stellt sie einen Ideenfundus für „erste Ideen und Anregungen für die Auseinandersetzung mit fachdidaktischen Fragestellungen“ dar. Dieser bescheidene aber wirkungsvolle Anspruch bietet einen exemplarischen Einblick in Facetten dess Faches, für das wenig Vorwissen vonnöten ist und möglicherweise auch Studierende erreicht, die Kunst nicht als Erstfach angewählt haben.

Rückschau Lehre SoSe 08

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Das Sommersemester war relativ stark geprägt von der Lehre. Ich habe insgesamt 5 Lehrveranstaltungen durchgeführt und dann noch im letzten Drittel ein weiteres Seminar für einen erkrankten Kollegen übernommen. Da ich in diesem Semester auch einige ganz vielversprechende Experimente in der Lehre durchgeführt habe, scheint eine kleine Rückschau ganz angebracht.
[Weiterlesen in Meyers blog: Teil 1, Teil 2]

Theater in der Lehre

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„Theater in der Lehre“ erschließt ein bisher nur sporadisch berührtes Feld interdisziplinärer Hochschuldidaktik: die Einbeziehung theatraler Verfahren des Spiels und der Inszenierung in unterschiedliche Bereiche des Lernens und Lehrens an Hochschulen. In der Begegnung von Wissenschaft und Theater zeigen die in diesem Band versammelten Beiträge wie theatrale Verfahren die Lehre in verschiedenen Fachdisziplinen – von der Musik- und Fremdsprachendidaktik über Lehrerausbildung und Soziale Arbeit bis zu Beratung und Promotionscoaching – erweitern und bereichern können. Entsprechend dem sich in den Kultur-, Human- und Gesellschaftswissenschaften seit langem abzeichnenden „performative turn“ geht es bei den hier vorgeschlagenen Verfahren um eine Gestaltung von Lehr-, Lern-, Forschungs- und Darstellungskulturen mittels der – Theorie und Praxis verbindenden – Kraft von Theater. Ziel ist das Bilden von Strukturen für ein life long learning und einen kreativen Umgang mit den Herausforderungen in Modernisierungsprozessen. Mit der Theatralisierung von Lehr- und Lernprozessen wird Wissen lebendiges Wissen.

Beatrix Wildt, Ingrid Hentschel, Johannes Wildt (Hg.): Theater in der Lehre. Verfahren – Konzepte – Vorschläge. Unter Mitarbeit von Gerd Koch. Reihe: Lehre aktuell: Theater, Kunst und Medien. Beiträge für die Hochschulpraxis Bd. 1, 2008, 304 S., 29.90 EUR, br., ISBN 978-3-8258-1272-0

Vertretung

Die Seminare von Prof. Dr. Wolfgang Legler werden aufgrund seiner plötzlichen Erkrankung von Prof. Dr. Torsten Meyer und Dr. Andrea Sabisch übernommen. Die nächsten Sprechstunden vertreten Dr. Andrea Sabisch, Prof. Karl-Josef Pazzini und Prof. Dr. Torsten Meyer. Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte per Mail oder persönlich an die Kollegen.

Lehrer-Performances

Lehrer-Performances. Spiel/Film-Beispiele zeigt

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Präsentation und Diskussion des Films mit Andrea Sabisch und Manuel Zahn

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Zeit: Donnerstag, 12. Juni 18.00 Uhr
Ort: Rm 504, VMP 8

Der idealistische Englischlehrer und Kriegsveteran Dadier nimmt eine Stelle an einer New Yorker High School an. Dort erfährt er vom ersten Tag an eine Mischung aus institutioneller und individueller Gewalt, der er sich zu stellen versucht.
Wir möchten mit Brookes Film der Frage nachgehen, wo die Ursachen dieser gewalttätigen Formen liegen: in den Spannungen zwischen den Ethnien, den Geschlechtern, den Generationen mit ihren unterschiedlichen kulturellen Praktiken oder in der sprachlosen bis zynischen Abwendung der älteren Generation von der ihr nachfolgenden, wie es der Film an einigen Stellen nahe zu legen scheint. Wie entsteht Gewalt? Und welche Möglichkeiten ihrer Bändigung stehen der Institution Schule zur Verfügung?

Flyer

Programm Ringvorlesung „Kunstpädagogische Positionen“

Mo 16:15 – 17:45 Uhr
VMP 8 R 504

Veranstalter: Dr. Andrea Sabisch, Prof. Dr. Torsten Meyer, Prof. Dr. Wolfgang Legler

Thema: „Bilder-Bildung“

Bilder bilden. Bilder generieren, organisieren, visualisieren, symbolisieren Wissen. Sie sind Instrumente der Erkenntnis. Bilder machen sichtbar, überhaupt geistig fassbar. Bildung ohne Bilder bildet nicht! Bilder ohne Bildung aber sind gefährlich: Es kann zu Bilderflut und Bilderfurcht kommen, zu Bilderstreit, gar Bilderverbot. Bilder sind nicht Ab-Bilder, nicht Re-Produktionen, nicht Wieder-Gaben. Bilder sind Phantome der Sichtbarkeit. Bilder gibt es, solange es Menschen gibt, die um ihren Tod wissen. Was immer sie darstellen, sie sind etwas anderes als das, was sie darstellen. Was ist ein Bild? Was bilden Bilder? Wie bilden Bilder? Welche Bilder bilden? Welche nicht? Was verstehen wir unter „Bild“, wenn wir Bilder zum typischen Gegenstand von Kunst-Pädagogik machen?

14.4.08 Prof. Dr. Hubert Sowa, Pädagogische Hochschule Ludwigsburg

Was heißt: „Sich ein Bild machen?“ Überlegungen im Rahmen einer bildpraktischen Kunstdidaktik.

Das Anfertigen von Bildern ist – unabhängig von kunstdidaktischen Positionen – noch immer ein Basismoment kunstpädagogischer Praxis. Ist es das wirklich? Im Schreiben des Satzes kommen mir Zweifel. Was etwa heißt „noch immer“, wenn eine in manchen heutigen Konzepten gepflegte „Offenheit“ künstlerisch-ästhetischer Praxis sich gerade dem Bild zu entziehen sucht? Ist das Bildermachen heute vielleicht gar ein (kunst-)geschichtlicher Rückfall? Der Vortrag vertieft sich in diese Fragen und wirft aufklärende Blicke in die Begründung und in die Realität kunstpädagogischer Bildprozesse.

28.4.08 Prof. Dr. Kunibert Bering, Kunstakademie Düsseldorf

Visuelle Kompetenz

In der aktuellen Diskussion geht es intensiv um die Rolle des Bildes in der Zeit nach der Postmoderne. Man steht der „Bilderflut“ durchaus nicht mehr skeptisch gegenüber, vielmehr erweist sie sich als integraler Bestandteil heutiger Lebensformen. Kommunikative Handlungen vollziehen sich in zunehmender Weise über optisch wahrnehmbare Zeichen.
Wie kann sich das Fach Kunst als das einzige Schulfach, in dem Bilder und der gestalterische sowie reflexive Umgang mit ihnen im Mittelpunkt stehen, diesen Herausforderungen stellen? Wie kann Kunstunterricht Kompetenzen zur Orientierung in einer bildgeprägten Kultur vermitteln?

19.5.08 Prof. Dr. Johannes Bilstein, Folkwang Hochschule Essen

Der arme Christopherus

Der Abstand bzw. Riss zwischen dem Bild und dem Abgebildeten ist seit der Antike eines der zentralen Probleme einer jeden Theorie des Bildes. Die Besonderen – theoretischen und praktischen – Probleme von Kunstpädagogik kann man vor diesem Hintergrund als Probleme des Umganges mit diesem Riss beschreiben. Wie also – darum soll es in diesem Vortrag gehen – kann ein kunstpädagogisch sinnvoller Umgang mit der ikonischen Differenz aussehen?

2.6.08 Prof. Dr. Doris Schumacher-Chilla, Universität zu Köln

Indifferenz und Wiederholung. Leben mit Bildern

Ausgehend vom Status der Bilder werden ästhetische Erfahrung und Kunst als unmäßiges Maß verstanden. Im Übergang zur biografischen Lebens-Form vollzieht sich die jeweilig individuelle Präsenz von Bild, Imagination und Intuition als plurales performatives und reflexives Geschehen, das als Erfindung von Welt und Selbst zu verstehen ist, aber keinerlei Sicherheit verbürgt.

16.6.08 Prof. Dr. Birgit Richard, Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt/M.

New Visual Youth Culture. Jugendliche Medienbilder im Web 2.0

Der Videohoster YouTube als primär von Jugendlichen genutztes Medium (Frankfurter Studie) zeigt am deutlichsten, wie fluide Kommunikation über Bilder funktioniert und dass hierbei manchmal sogar Kunst entstehen kann. Dabei dienen alle diese neu entstandenen Clipformen meist nur einem Ziel: sich anderen mitzuteilen, mit ihnen zu kommunizieren und die Illusion zu bedienen, dass es hier Einblicke in die Leben der Anderen gibt, um sich daran für das eigene Selbstbild zu orientieren. Die Präsentation stellt die in einer eigenen wissenschaftlichen Studie herausgearbeiteten Analyseschemata und Typologien vor, die man bei YouTube findet und navigiert durch die Clipsorten EgoClips, Skillz Clips, Art Clips, Response Clips, FanClips. Anhand von ausgewählten Beispielen jugendlicher YouTube Favorites sollen vor allem eigenständige jugendliche Medienpraxen vorgestellt werden, in denen die Jugendlichen autonome Formen entwickeln, die sie oft zu Medienmeistern im handwerklichen Sinne machen.

30.6.08 Dr. Eva Sturm, Berlin

Überraschende Bilder. Arbeiten mit dem, was sich zeigt in kunstpädagogischen bzw. Kunstvermittlungs-Zusammenhängen. Oder: Wiederholung und Differenz in der Bildungsarbeit.

Wer Bildungssituationen im Zusammenhang mit Kunst und innerhalb des gleichnamigen Faches realisieren will, plant. Danach findet etwas statt. Überraschendes taucht auf, Bilder, auch Bilder von etwas müssen korrigiert werden. Anhand von Beispielen aus der Arbeit mit verschiedenen Altersgruppen soll der These nachgegangen werden, warum gerade dies die Stärke des Faches bzw. des Bezugsfeldes Kunst in der Bildungsarbeit ist.

Im 14-täglichen Wechsel definieren verschiedene Vertreter des Fachs ihre kunstpädagogischen Positionen anhand des dem kunstpädagogischen Denken und Tun unterstellten Bild-Begriffs. In den Terminen dazwischen wird vor- und nachbereitend mit Hintergrund- und Basisliteratur gearbeitet. Die Vorlesungstermine sind öffentlich, die zwischenliegenden Termine sind Studierenden der Fachdidaktik und des Lernbereichs Kunst vorbehalten.

Scheinerwerb ist möglich durch Referat inkl. schriftlicher Ausarbeitung oder durch mündliche Gruppenprüfung am Ende des Semesters.

Vorankündigung Ringvorlesung „Bilder-Bildung“

Die Ringvorlesung „Kunstpädagogische Positionen“ im Sommersemester (Mo, 16-18 Uhr) ist in Planung. Zugesagt haben jetzt folgende ReferentInnen:

14.4.08: Prof. Dr. Hubert Sowa, Pädagogische Hochschule Ludwigsburg
28.4.08: Prof. Dr. Kunibert Bering, Kunstakademie Düsseldorf
19.5.08: Prof. Dr. Johannes Bilstein, Folkwang Hochschule Essen
2.6.08: Prof. Dr. Doris Schumacher-Chilla, Universität zu Köln
16.6.08: Prof. Dr. Birgit Richard, Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt/M.
30.6.08: Dr. Eva Sturm, Berlin

Thematisch wird es gehen um: „Bilder-Bildung“

Bilder bilden. Bilder generieren, organisieren, visualisieren, symbolisieren Wissen. Sie sind Instrumente der Erkenntnis. Bilder machen sichtbar, überhaupt geistig fassbar. Bildung ohne Bilder bildet nicht! Bilder ohne Bildung aber sind gefährlich: Es kann zu Bilderflut und Bilderfurcht kommen, zu Bilderstreit, gar Bilderverbot. Bilder sind nicht Ab-Bilder, nicht Re-Produktionen, nicht Wieder-Gaben. Bilder sind Phantome der Sichtbarkeit. Bilder gibt es, solange es Menschen gibt, die um ihren Tod wissen. Was immer sie darstellen, sie sind etwas anderes als das, was sie darstellen. Was ist ein Bild? Was bilden Bilder? Wie bilden Bilder? Welche Bilder bilden? Welche nicht? Was verstehen wir unter „Bild“, wenn wir Bilder zum typischen Gegenstand von Kunst-Pädagogik machen?

Im 14-täglichen Wechsel definieren verschiedene Vertreter des Fachs ihre kunstpädagogischen Positionen anhand des dem kunstpädagogischen Denken und Tun unterstellten Bild-Begriffs. In den Terminen dazwischen wird vor- und nachbereitend mit Hintergrund- und Basisliteratur gearbeitet. Die Vorlesungstermine sind öffentlich, die zwischenliegenden Termine sind Studierenden der Fachdidaktik und des Lernbereichs Kunst vorbehalten.

Scheinerwerb ist möglich durch Referat inkl. schriftlicher Ausarbeitung oder durch mündliche Gruppenprüfung am Ende des Semesters.