Publikation

Fabian Ginsberg: Scripted Reality

Praktisch geht es um die Bedingungen des ärgerlichen Problems, dass entweder die Öffentlichkeit, in die eine Nachricht tritt, von ihr zuvor hergestellt worden, oder der Öffentlichkeit die Nachricht bereits bekannt sein muss. Theoretisch wird die ästhetische Perspektive ersetzt durch eine epistemologische und Kunst verstanden als ein metonymisch mit anderen Bereichen der Wirklichkeitsherstellung verbundenes Feld, das geeignet ist, um von hier aus symbolische Formen metakritisch zu betrachten. Die unserer Vorstellungswelt der sogenannten Wirklichkeit zugrundeliegenden epistemologischen Modelle hinken dem vorhandenen Wissen hinterher. Die Bilder, Modelle oder Formen, die für die alltägliche Erfassung dieser Wirklichkeit benutzt werden, sind nicht nur ungenügend – sie täuschen. Während die Alltagspsychologie ihr Welt- und Menschenbild aus jahrhundertealten Modellen mixt, nutzen avanciertere Modelle des Wirklichen die verschiedenen Erklärungslücken und Kategorienfehler aus, um asymmetrische Tauschverhältnisse zu etablieren. Eine Kritik dieser Bilder kann nicht nur an der Oberfläche des Dargestellten bleiben, sondern muss die Herstellung der Darstellung untersuchen, um dann, im besten Fall, auf die Kritik ganz zu verzichten und neue Darstellungen herzustellen.
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Birgit Engel: Ästhetische Aufmerksamkeit Movens einer reflexiv-offenen und kritisch-innovativen Praxis in Kunst und Pädagogik

Kunstpädagog*innen, die sich nicht alleine an der Vermittlung von Fachwissen und Techniken orientieren, sondern beides einbinden wollen in künstlerische und ästhetisch fundierte Bildungsprozesse, benötigen selbst eine erfahrungsoffene Weise des Umgangs mit pädagogischer Praxis. Birgit Engel reflektiert die Bedingungen und Potenziale der Öffnung für eine Ästhetische Aufmerksamkeit auf der Grundlage praktischer Beispiele und phänomenologisch-hermeneutischer Theorie.
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Jan G. Grünwald: Der Zweifel als produktive Möglichkeit in der kunstpädagogischen Praxis

Dieser Text ist ein Plädoyer für den Zweifel. Anstatt in ihm ein zu überwindendes Übel zu sehen, versteht Grünwald ihn als Produktivkraft, auf die es sich einzulassen gilt. Für Lehrende kann es sinnvoll sein, sich auf Pfade zu begeben, die ihnen selbst nicht vertraut sind, Bereiche der ästhetischen Produktion zu erforschen, die sich dem eigenen, kontrollierten Zugriff entziehen, oder Phänomene miteinzubeziehen, welche die Subjektivierung über die ästhetische Produktionen nicht mehr unterstützen. Gerade im Zeitalter der Digitalität gilt es Räume zu eröffnen, in denen es möglich ist, sich auszuprobieren, zu experimentieren – und dabei auch zu scheitern.
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Alexander Henschel: Kunstpädagogische Komplexität – Logiken und Begriffe der Selbstbeschreibung

Selbstbeschreibungen der Kunstpädagogik greifen oft auf binäre Logiken zurück – sei es, um eindeutige Ein- und Ausgrenzungen vornehmen zu können oder um spannungsvolle Zweierverhältnisse zum Ausgangspunkt kunstpädagogischer Überlegungen zu machen. Kunstpädagogische Komplexität ist ein Angebot, das sich neben solche Logiken stellt, wirbt dafür, Kunstpädagogik mit komplexer Logik zu beschreiben, die über Zweiwertigkeit hinausgeht. Der Text zeigt, dass Kunstpädagogik mehr und anderes sein kann als die Kopplung zwischen zweien, zwischen Kunst und Pädagogik, um sich so mit erweiterten Perspektiven auseinandersetzen zu können. Kunstpädagogische Komplexität versucht damit, mehr Angemessenheit gegenüber gesellschaftlichen Verhältnissen zu erreichen, die sich nur gewaltvoll mit Logiken der Eindeutigkeit beschreiben lassen.
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Andreas Brenne: »Künstlerisch-Ästhetische Forschung« – Kunstpädagogik im Kontext der frühen und mittleren Kindheit

Künstlerische Forschung ist ein Begriff, der die Kunstpädagogik in besonderem Maße geprägt hat. Dabei steht nicht die Vermittlung künstlerischer Positionen und Verfahren im Zentrum, sondern der Transfer künstlerischer Expertise in die Auseinandersetzung mit lebensweltlichen Zusammenhängen. Insbesondere in der Pädagogik der frühen und mittleren Kindheit spielen derartige Prozesse eine zentrale Rolle, da hier das Moment der ästhetischen Bildung besonderes exponiert hervortritt. Der Text geht dieser Thematik nach und sucht daraus Implikationen für eine kindbezogene Kunstpädagogik abzuleiten.
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Georg Peez: Beobachten, Erheben, Aufbereiten und Interpretieren

Sammeln und aufmerksames Beobachten sind die Grundvoraussetzungen für qualitativ-empirische Forschung in der Kunstpädagogik. Der Text gibt Einblicke in Fallstudien zum ästhetisch-bildnerischen Verhalten von Kleinkindern beim Schmieren. Er knüpft Bezüge zum digitalen Malen mit den Fingern auf dem Touchscreen eines Tablet-Computers. Durch differenzierte Beschreibungen und Interpretationen ästhetischer Prozesse in kunstpädagogisch relevanten Bereichen können im Fach Tätige angeregt werden. Neue Sichtweisen eröffnen sich. Kunstpädagogik wird durch qualitativ-empirisches Forschen um Aspekte und Einsichten bereichert, die ihr so durch kein anderes wissenschaftliches Forschungsverfahren geboten werden.
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Christina Griebel: Ungehorsam übersetzen. Kunstpädagogik als Poesie

Kunstpädagog_innen leisten in ihrer täglichen Arbeit bewusst und unbewusst Übersetzungsarbeit zwischen Worten und Taten, die Bilder sein können. Wer Übersetzungarbeiten nicht selbst verrichtet, fügt sich den hegemonialen Ansprüchen anderer, denn Sprachen sind Herrschaftsinstrumente. Deshalb muss diese Arbeit unendlich von Neuem begonnen werden. Das Potential (ein abgedroschener technokratischer Begriff) und die romantische Potenz dieser Tätigkeit bleiben häufig Desiderat (desire, ein Wunsch und Begehren). Poesie wäre ein anderer Begriff dafür – und zugleich die ungezogene Schaffung konjunktiver Räume. Im Sinne einer philologisch-kritischen Kunstpädagogik wird sie in diesem Vortrag mit verwandten Begriffen an der Wurzel gepackt, ungehorsam übersetzt, auf ihren Gebrauch in Fachgeschichte und aktuellen Diskursen befragt und mit Blick auf die Ermöglichung ästhetischer Mentalität in Gegenwart und Zukunft untersucht. Nähere Informationen und Download des Textes finden Sie hier.

Tagungsband: »Begriff«

Im Universitätsverlag Siegen erschien vor kurzem der zweite Tagungsband zu der Tagung »Begriff—–Praxis«, die im November 2017 an der Universität Siegen stattfand. Nach dem ersten Band mit dem Titel »Praxis« versuchen die Beiträge in »Begriff« »eine weitere Ebene der Auseinandersetzung zu dokumentieren. Darin enthalten sind Beiträge, die im Nachgang zur Tagung enstanden, gewachsen und manchmal auch gewuchert sind.«
Unter anderem erschien in dem Band ein Beitrag von Stefanie Johns und Nadia Bader mit dem Titel »do not touch«.
Zitation: Eckes, M.,Gernand, D. (Hg.): Begriff. Siegen: Universitätsverlag Siegen 2019

Rudolf Preuss: Lehrperformanz: Navigieren in offenen Lehr-Lernprozessen des Kunstunterrichts

Ein sehr wichtiger, aber in der kunstdidaktischen Debatte vernachlässigter Aspekt ist die Rolle der Lehrperson im Kunstunterricht.
Kunstunterricht ist ein Lehr-Lernprozess, der auf intensiven verbalen und nonverbalen Kommunikationsebenen beruht. Jede Lehrerin und Lehrer muss im Verlauf der Berufsentwicklung ihre eigene Haltung zu dem Prozess des Unterrichtens entwickeln. Mut im Umgang mit den Unterrichtsinhalte und Methoden sowie Sensibilität im Umgang mit den Kindern und Jugendlichen kennzeichnen immer wieder die Entscheidungsfelder. Wichtige Fragen zum Umgang mit der Kunst und Konzepten des Kunstunterrichts werden ins Verhältnis zu notwendigen Lehrkompetenz gesetzt.

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Juuso Tervo: Intimacy with a Stranger: Art, Education and the (Possible) Politics of Love

Indem er die Geschichte und Philosophie der Bildung durch die Brille von Liebesliedern liest, fragt Juuso Tervo, inwiefern sich die Politik der Kunstpädagogik als ein Akt der Liebe verstehen lässt. Er plädiert für ein Verständnis von Liebe und Bildung jenseits der gängigen Narrative von Vollendung und Vollständigkeit und abseits jeglicher Determinierung. Ausgehend von Autoren wie Giorgio Agamben, Alain Badiou und Lauren Berlant diskutiert er, wie Liebe dazu beitragen könnte, die Politik der Kunstpädagogik radikal offen zu halten. Der Text basiert auf einem Vortrag an der Universität zu Köln vom 1. Juni 2016.

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