Publikation

Ruth Kunz: Zwischen Bildtheorie und Bildpraxis

 


»Wie sammelt sich – was in Ereignis und Ausblick flüchtig uns betrifft – zum Bild?« Mit dieser Frage eröffnet Ruth Kunz ihren Beitrag. Ausgehend von der Einbettung in historische, kulturelle und soziale Kontexte von Bildern geht Kunz auf die Wechselbeziehungen zwischen realer und irrealer Bildlichkeit ein. Der bildtheoretische Zugang betrachtet sprachliche Formen der Montage bei Uwe Johnson sowie visuelle bei Jean-Luc Godard – verbunden mit der Frage danach, wie die Bilder miteinander interagieren.
Der in der Bildpraxis verortete Teil des Beitrags beleuchtet daraufhin »Unterricht als Montage«. Auf Basis einer Praktikumsdokumentation und der damit korrespondierenden Forschungsarbeit wird deutlich gemacht, welche Rolle Recherche und Dokumentation sowie Modellbildung und Inszenierung im Kunstunterricht einnehmen können und welche Bedeutung dies für eine Verschiebung im Kunstverständnis der Schüler*innen vom Objekt zum Prozessualen haben kann. Abschließend kommt es zur Verknüpfung, zur Montage zweier Schüler*innenpositionen welche die Existenz eines dritten, »unsichtbaren« Raums nahelegt.

Nähere Informationen und Download des Textes finden Sie hier.

 

Literatur im pädagogischen Blick

An der Universität Hamburg ist nun ein neuer Sammelband erschienen, der das Spannungsfeld zeitgenössischer Literatur und erziehungswissenschaftlicher Theoriebildung auslotet. Bettina Kleiner und Gereon Wulftange geben diesen Band als Festschrift für Hans-Christoph Koller im Transcript-Verlag in der Reihe Theorie bilden heraus. Sie thematisieren folgende Fragen:

Wie und inwiefern können literarische Texte dazu beitragen, Aspekte der Bildungs- und Erziehungswirklichkeit zu erhellen? Worin bestehen ihre anregenden und irritierenden Potenziale für die Erziehungswissenschaft? Die Beiträger*innen des Bandes setzen sich mit aktuellen Romanen auseinander und entwickeln bildungs-, geschlechter- und adoleszenztheoretische Perspektiven auf Phänomene der Erziehung, Adoleszenz und der intergenerationalen Bewältigung von Flucht- bzw. Migrationsprozessen. Dabei zeigen sich nicht nur verschiedene erziehungswissenschaftliche Lesarten von Texten, sondern auch eine Bandbreite theoretischer Potenziale von Literatur. Beitragende: K. Böker, K. Busch, H. Faulstich-Wieland, V. King, B. Kleiner, R. Kokemohr, J. Oelkers, M. Rieder-Ladich, N. Rose, A. Sabisch, J. Vehse, A. Wischmann, G. Wulftange.

Neuerscheinung: Visuelle Assoziationen

Der Sammelband zur Visuellen Bildung, der aus der Hamburger Tagung im Warburg-Haus 2016 hervorging, ist nun erschienen! Er thematisiert angesichts der fortschreitenden Digitalisierung die Entstehung einer bildlichen Infrastrukturzwischen Bildern im Plural und ihren Verknüpfungsweisen.
Andrea Sabisch, Manuel Zahn (Hg.) Visuelle Assoziationen. Bildkonstellationen und Denkbewegungen in Kunst, Philosophie und Wissenschaft. Hamburg: Textem 2018.
Praktiken der Bildverknüpfung, so eine unserer Ausgangsthesen, sind basale Kulturtechniken, die Aufmerksamkeit stiften, unsere Blicke lenken und uns miteinander wie auch mit der Welt verbinden. Sie bestimmen unser Leben und durchdringen unsere Forschungen zunehmend. Vor diesem Hintergrund befragt der interdisziplinäre Sammelband den systematischen Ort der Assoziation im Umgang mit Bildern. Dazu stellt er der Assoziation als sprachlicher Verknüpfung und narrativer Bildverkettung die Ordnungen und Verbindungen visueller Assoziationen an die Seite. Letztere offenbaren eine andere, vielschichtige Weise medial gebahnter bildlicher Anschlüsse und Übergänge, die sich zum Imaginären hin öffnen. In dieser Perspektive widmen sich die Autor*innen und Künstler*innen den visuellen Assoziationen aus unterschiedlichen Feldern und institutionellen Kontexten der Kunst und ihrer Vermittlung, der Philosophie und der Wissenschaft. Visuelle Assoziationen kommen dabei in ihrer Medialität und Performanz in den Blick, die sich zum einen als die je spezifischen Verfahren und Praktiken der Sichtbarmachung und Konstellation von Bildern und zum anderen als Movens eines visuellen Denkens zeigen.
Mit Beiträgen von Natascha Adamowsky, Alejandro Bachmann, Andrea Becker-Weimann, Utz Biesemann, Astrid Böger, Georges Didi-Huberman, Jennifer Eckert, Mira Fliescher, Gerrit Frohne-Brinkmann, Gregor Hildebrandt, Simone Kesting, Alexander Kluge, Paula Loeding, Jan Masschelein, Michaela Melián, Dieter Mersch, Julia Metropolit, Nanne Meyer, Volkmar Mühleis, Michaela Ott, Karl-Josef Pazzini, Peter Piller, Andrea Sabisch, Michael Sailstorfer, Olaf Sanders, Caspar Sänger, Lukas Sonnemann, Stefanie Schlüter, Rebekka Seubert, Dilek Tas, Elena Weit, Susanne Witzgall, Manuel Zahn und Lena Ziese.
Ich danke allen Beitragenden für die gute Kooperation, Stefan Fuchs für die grafische Gestaltung und Nora Sdun und Gustav Mechlenburg vom Textem-Verlag für die gute und jederzeit unterstützende Zusammenarbeit.

 

Martina Leeker: (Ästhetische) Vermittlung 2.0. Von Kunst-/Vermittlung und Kritik in digitalen Kulturen


Im Aufsatz wird nach den Methoden ästhetischer Vermittlung in digitalen Kulturen gefragt. Können Partizipation und Irritation, wie sie ästhetische Vermittlung seit den 1960er Jahren nutzt, noch eingesetzt werden in einer technischen Umwelt, die auf gleichsam totale Konnektivität aus ist? Es wird vorgeschlagen, an die Stelle von partizipativen Formaten auf die Um-Bildung von datenverarbeitenden Prozessen und deren kulturellen Einschreibungen als Methodik ästhetischer Vermittlung zu setzen.

Sara Burkhardt: Objekte und Materialien – Zur Bedeutung des Zeigens in kunstpädagogischen Zusammenhängen


Sara Burkhardt fragt in diesem Band nach der Bedeutung des Zeigens in kommunikativen Prozessen. Am Beispiel kunstpädagogischer Auseinandersetzungen untersucht sie, welche Funktionen Objekte im Zusammenhang von Lehren und Lernen erfüllen und zu welchen Wahrnehmungs- und Erkenntnisweisen sie führen können. Dabei beleuchtet sie, neben dem aktiven Zeigen des Lehrenden auch das Zeigen Lernender, sowie das, was sich auch ohne die Handlung des Subjekts zeigt: in den Dingen und in der Art und Weise, wie etwas in Erscheinung tritt.

24.10.2018: SCREENING: KURZFILME AUS VETO FILM EDITION #06

Ein vorsichtiger Schritt in die Wellen, ein gewagter Sprung ins Unterholz. Wie weit sieht noch der schärfste Blick voraus, was uns abseits ausgetretener Pfade erwartet? Sanft und schrill, melodisch und aggressiv, wild und gefasst spiegeln acht Arbeiten aus der VETO Film Edition #06 Schrecken und Schönheit einer in Widersprüchen vereinten Gegenwart. 
Mit Filmen von Pavlo Dalakishvili, Sevda Güler, Daniel Hopp, Annika Kahrs, Leonid Kharlamov, Sophie Krambrich/ Nick Koppenhagen, Adnan Softic und Katharina Swoboda.
Gesamtlaufzeit 82 Minuten
Mittwoch, 24.10.2018, ab 21:30 Uhr
Metropolis Kino
Kleine Theaterstrasse 10
20354 Hamburg

Mit Gästen.
Das Screening ist auch die Release Veranstaltung des neuen VETOFILM NEWSLETTER#1
mit Interviews und Texten von/mit: Sonja Andrykowski, Katja Lell, Adnan Softic u.a.
Weitere Infos: vetofilm.com

Monografie ›Inszenierung der Suche‹ als Printversion ausverkauft

Ca. elf Jahre nach der Veröffentlichung ist die Dissertation von Andrea Sabisch »Inszenierung der Suche. Vom Sichtbarmachen ästhetischer Erfahurng im Tagebuch. Entwurf einer wissenschaftskritischen Grafieforschung« nun als Printversion nicht mehr verfügbar. Sie kannn aber als PDF weiterhin beim Transkript Verlag angefordert werden, leider zum fast gleichen Preis.

Das Bild in der Suche nach Sinn – Volkmar Mühleis über Andrea Sabischs Studie ›Bildwerdung‹

„Es gibt nur wenige Studien, in denen minutiös die Erfahrung künstlerischer Arbeiten untersucht wird. Beispielhaft sind hier die Bücher Blick – Wort – Berührung von Maria Peters und der Sammelband Vor dem Kunstwerk, herausgegeben von Heiko Hausendorf. Während Maria Peters 1996 in ihrer Studie die Versprachlichung von Tasterfahrungen an Skulpturen thematisierte – anhand der Texte einer Gruppe von Schülerinnen und Schülern –, operiert, so könnte man sagen, Hausendorfs Darstellung 2007 bereits mit eye-tracking-Verfahren, der sequenziellen Bilderschließung von Blickbewegungen angesichts eines Kunstwerks. Es entsteht so ein Spektrum von phänomenologisch beschreibender Sicht angefangen, bis hin zu empirischen Berechnungen. Andrea Sabisch hat nun eine Studie veröffentlicht, welche die Schwerpunkte erneut verschiebt, neue Forschungsansätze eröffnet und sicher als aktuelle, dritte Referenz in diesem Zusammenhang genannt werden muss.“
Zur vollständigen Besprechung gehts hier.

Buch zur Bildwerdung erschienen

Der neue Band zur Bilderfahrung ist soeben im kopaed Verlag München erschienen und kann ab sofort bestellt werden! Zum Klappentext dieser neuen Studie von Sabisch:
Die Entstehung des Neuen ist eng mit Prozessen der Bilderfahrung und dem Sichtbarwerden verwoben. Sie berührt den Kontext von Bildung und Forschung auf elementare Weise. Durch Bilder lernen wir etwas anderes zu sehen und auf neue Weise wahrzunehmen. Aber wie lässt sich der Prozess der Bildwerdung denken? Wie erfahren wir Bilder? Was geschieht, wenn wir Bilder betrachten, entwerfen oder herstellen? In welcher Weise regulieren, ordnen, formen und organisieren Bilder unsere Vorstellungen, Erinnerungen und Affizierungen? Wie richten sie uns räumlich und leiblich aus?
Während sich diese Fragen kaum übergreifend beforschen lassen, da sich das komplexe Geschehen zwischen Bildwerdung und Subjektbildung einem direkten Zugang entzieht, entwirft Sabisch ein experimentelles Forschungssetting für eine indirekte Empirie. Am Beispiel von zwei künstlerischen Bildsequenzen und verschiedenen schulischen Gruppensituationen untersucht sie leibliche, zeichnerische, emotionale, sprachliche und zeigende Antworten auf Bilder. Anhand kontrastiver Fälle arbeitet sie Symptome der Bilderfahrung heraus, die als Gelenkstelle zwischen Besonderem und Allgemeinem, wie auch dem Singulären und Exemplarischen fungieren. Sie entwickelt so nicht nur eine zeitgemäße Kasuistik symptomatischer Bilderfahrungen, sondern entfaltet zudem Grundlagen für eine Methoden- und Theoriebildung der Bilderfahrung im Horizont von Responsivität.

Becoming an image

Der Vortrag »Becoming an image« findet in englischer Sprache am 4.12.2017 um 18 Uhr an der St. Luca School of Arts in Brüsssel statt. Darin wird das neue Buch »Bildwerdung. Reflexionen zur pathischen und performativen Dimension der Bilderfahrung« von Andrea Sabisch, das im Februar im kopaed-Verlag erscheinen wird, vorgestellt. (mehr …)