Publikation

Rezension Legler: Kunstpädagogische Zusammenhänge

image003
In der vierteljährlich erscheinenden Zeitschrift vom Berufsverband Österreichischer Kunst- und Werkerzieher/innen (BÖKWE) rezensiert Prof. Dr. Helga Bauchschartner von der Universität Mozarteum Salzburg Wolfgang Leglers Buch: Kunstpädagogische Zusammenhänge: „In acht Themenkreisen inspiriert Wolfgang Legler zu didaktischem Denken auf höchstem Niveau. Er befasst sich mit der Identitätsfindung der Fachdidaktik in ihrem Verhältnis zur allgemeinen Didaktik und der Erziehungswissenschaft und legt dabei den Finger auf offene Wunden. Seinen Ausführungen mangelt es keineswegs an realistischer Einsicht, was sowohl dieses eher angespannte Verhältnis betrifft, als auch die Problematik der konstatierten weitestgehenden Wirkungslosigkeit fachdidaktischer Modelle auf die konkrete Unterrichtspraxis. Die Diskrepanz zwischen hochkomplexen, philosophisch begründeten Theorien der Erziehungswissenschaft zu situationsbedingten Planungs- und Handlungsentscheidungen im Unterrichtsfach ist schwer zu überbrücken. Trotz oder besser wegen dieses Problembewusstseins unternimmt Wolfgang Legler in den über 30 Jahren gesammelten wissenschaftlichen Texten einen gedanklichen Brückenschlag zwischen höchster Abstraktion und beispielhafter Konkretion. (…) Der von Torsten Meyer. Karl-Josef Pazzini und Andrea Sabisch herausgegebene Band ist in vielfältiger Weise anregende Lektüre und Aufforderung zum Weiterdenken.“

unbenannt-11

In der Schriftenreihe zur Genealogie des Schreibens ist der neue, von Martin Stingelin und Matthias Thiele herausgegebene Band Portable Media im Fink-Verlag erschienen. In 16 Beiträgen werden hier die unterschiedlichen medialen Praktiken des Schreibens und Aufzeichnens (von Notizbüchern über Tonbandaufzeichnungen bis hin zu fotografischen und filmischen Aufzeichnungen), mitsamt ihren optischen und akustischen Schreibwerkzeugen thematisiert und auf ihre präfigurierende Bedeutung im Akt des Schreibens, Graphierens und Memorierens hin befragt. Über meinen Beitrag zur „Expedition und Ozeanographie“ schreiben die Herausgeber:

„Eine außergewöhnliche mobile Aufzeichnungsszene umkreist Andrea Sabisch, die sich den Tauchfahrten des Hamburger Künstlers Stephan Mörsch zuwendet, der eine Schreibtafel, wie sie auf Tauchgängen für Notizen und Mitteilungen an den Tauchpartner benutzt wird, für das Zeichnen unter Wasser umgerüstet hat. Durch den Mobilitätstyp des Tauchens werden die Grenzen und Widerstände des verschiedenen Faktoren des Aufzeichnunsaktes verfremdend provoziert und thematisiert. Da das künstlerische Experimentalprojekt zugleich mit der Konstruktion und dem Einsatz meertauglicher Zeichenmaschinen einhergeht, die die Meeresbewegung automatisch aufzeichnen, kontextualisiert Sabisch die künstlerischen Arbeiten zudem durch Facetten der Kulturgeschichte des Meeres und der Geschichte der Ozeanographie.“

Wulftange rezensiert das Buch „Inszenierung der Suche“

Im Doppelheft des ZQF zum Thema »Zugänge zu Erinnerungen. Psychoanalytische, pädagogische und biographietheoretische Perspektiven und ihre theoretischen Rückbindungen«, welches nun endlich erschienen ist, schreibt Gereon Wulftange eine neue Rezension zu meinem Buch »Inszenierung der Suche«. Darin heißt es u.a.: »Die Arbeit zieht in ihren Bann, weil und indem sie vorführt, dass die eindeutige Trennung vom so genannten Forschersubjekt (dem ,Erkenntnissubjekt‘) und seinem objektivierten Gegenstand (den ,Dingen der Welt‘) illusorisch ist, dass sich beide vielmehr wechselseitig durchdringen. Das kann man während der Lektüre nachdenkend erfahren. So wird man regelrecht in einen Denkprozess gezwungen, wie z.B. die ,eigene‘ Wissenschaftspraxis mit dem ,Anderen‘ des Gegenstandes verfahrt, ihn formt und als solchen allererst hervorbringt. Die Arbeit kann unter diesem Gesichtspunkt als fundierte Wissenschaftskritik gelesen werden. […]
Dieses Buch bietet eine beeindruckende Fundgrube faszinierender Denklinien und gibt als ,Entwurf einer wissenschaftskritischen Grafieforschung‘ dem Kunstpädagogen ebenso zu denken wie dem allgemeinen Erziehungswissenschaftler.« Zur Rezension

Neue Rezension: Kunst – Pädagogik – Forschung


In der Erziehungswissenschalftlichen Revue Nr.8 (2009), Nr. 5 (September/Oktober) hat Marion Theuswald eine Rezension zu unserem Forschungsbuch geschrieben:

„… Was der Titel des Sammelbandes verspricht, das hält er auch, soviel sei vorweg genommen: Die 21 Beiträge widmen sich aktuellen – teilweise noch unabgeschlossenen – kunstpädagogischen Forschungsprojekten in Deutschland und reichen thematisch von „Forschen mit Kontrastmittel“ (Ansgar Schnurr) über den Kunstbetrachtungsunterricht Alfred Lichtwarks (Nobumasa Kiyonaga) bis zu „Bewegung als Dimension ästhetischer Bildung“ (Andreas Brenne). Es wird sichtbar, dass zu gängigen wissenschaftlichen Forschungsmethoden und pädagogischen Praxen in der Kunstpädagogik auch künstlerische Formen der Forschung und Vermittlung entwickelt werden. …“

Marion Thuswald: Rezension von: Meyer, Torsten / Sabisch, Andrea (Hg.): Kunst Pädagogik Forschung, Aktuelle Zugänge und Perspektiven. Bielefeld: transcript 2009. In: EWR 8 (2009), Nr. 5 (Veröffentlicht am 02.10.2009), URL: http://www.klinkhardt.de/ewr/978383761058.html

Wolfgang Legler: Kunstpädagogische Zusammenhänge

40_380_0

Anlässlich seines m.E. viel zu frühen Gangs in den Ruhestand haben Andrea Sabisch, Karl-Josef Pazzini und Torsten Meyer Wolfgang Legler ein Buch geschenkt. Unter dem Titel „Kunstpädagogische Zusammenhänge“ sind seine wichtigsten Texte zur Fachdidaktik und zur ästhetischen Bildung in einem handlichen Buch vereinigt. Der Titel des Buchs ist programmatisch gewählt: Kunstpädagogische Zusammenhänge verweisen auf Kontexte, in denen Fachdidaktik und ästhetische Bildung »verortet« werden müssen. Es geht um den »disziplinären Ort« der Fachdidaktik in ihrem Verhältnis zur Allgemeinen Didaktik und zur (allgemeinen) Erziehungswissenschaft.
Jenseits isolierter kunstpädagogischer Einzelpositionierungen denkt Wolfgang Legler in seinen Schriften darüber nach, welche Verhältnisse zwischen Selbst und Welt – Sehen, Denken, Machen – für die Kunstpädagogik eigentlich konstitutiv sind. Er fragt nach den Relationen von Kunstpädagogik und Gesellschaft und der besonderen Verantwortung von Kunst und Kunstpädagogik im Insistieren auf nicht-instrumentelle Zugänge der Erfahrung und des Verstehens von Welt.

Wolfgang Legler: Kunstpädagogische Zusammenhänge. Schriften zur Fachdidaktik und zur ästhetischen Bildung. Herausgegeben von Torsten Meyer, Karl-Josef Pazzini und Andrea Sabisch, ATHENA 2009 (Pädagogik: Perspektiven und Theorien, herausgegeben von Johannes Bilstein, Bd. 11)

Ab sofort kann dieses Buch käuflich erworben werden: Bestellung bei ATHENA

Aufzeichnung und ästhetische Erfahrung

KPP Sabisch
Welche Erfahrungen im Bereich der ästhetischen Bildung machen eigentlich Studierende und Schüler? Wie kann man ein Portfolio oder ästhetisches Tagebuch anlegen? Und wie hängen philosophische Überlegungen über den Erfahrungsbegriff mit einer qualitativen Forschung zusammen? Diese und andere Fragen werden zum Thema im soeben erschienenen 20. Band der Hamburger Reihe „Kunstpädagogische Positionen“, die auf meinem Vortrag am 14. Januar 2008 beruhen und Teile meiner Dissertation zusammenfassen. Das kleine broschürte Heftchen wird von der University Press Hamburg herausgegeben und ist für 2 € hier erhältlich.

Kunst Pädagogik Forschung

cover_small

So sieht es also nun aus. Und nun endlich wird es auch erscheinen. Im Moment ist es im Druck und wird im Laufe des Monats erhältlich sein:

Meyer, Torsten; Sabisch, Andrea (Hg.): Kunst Pädagogik Forschung. Aktuelle Zugänge und Perspektiven. Bielefeld: transcript 2009

[weiterlesen in Meyers blog]

Interdisziplinäre Tagung „Inszenierung von Wissenschaftspraxis“ am 18.-19.2.2009

b.jpg e.jpg g.jpg f.jpg d.jpg a1.jpg c1.jpg

Jede Wissenschaft ist an bestimmte Inszenierungs- und Repräsentationsweisen gebunden, um öffentlich wirksam und kommunizierbar zu werden. Darstellbarkeit und Darstellung sind aber nicht unabhängig von der Forschung zu denken, sondern sind vielmehr Bestandteile des spezifischen Wissens und ihrer Produktion. Durch die digitale Zäsur und neue visuelle Möglichkeiten der Repräsentation verändern sich gegenwärtig nicht nur die wissenschaftlichen Darbietungen, sondern die wissenschaftliche Praxis selbst. Der Einzug visueller Darstellungsmodi und Kommunikationsstrukturen berührt die Wissenschaftspraxis von Natur- und Geisteswissenschaftlern derzeit gleichermaßen: Neben bildgebenden Verfahren wurden neue visuelle Datenerhebungs- und Auswertungsmethoden entwickelt, die eine neue Speicherung und Archivierung erfordern, neue Publikations- und Editionspraktiken und damit auch neue Forschungsgegenstände, Laboratorien und Distributionswege entstehen lassen. Gerade die Wissenschaftspraxis, und zwar sowohl die geisteswissenschaftliche als auch die naturwissenschaftliche, entzieht sich jedoch einer breiten Bevölkerungsschicht. Was tut ein Theaterwissenschaftler, Physiker oder ein Philosoph, wenn er forscht? Wie arbeitet ein Kunsthistoriker, ein Erziehungswissenschaftler oder ein Biologe und wie lässt sich das darstellen?

Programm und Anreise

Angebot und Nachfrage – vielversprechende Referenten


Wie schon erwähnt, veranstaltet Franz Billmayer vom 19. bis 21. März 2009 an der der Universität Mozarteum Salzburg eine ungewöhnliche Tagung. Es sollen nicht, wie üblich, die “Anbieter” der Kunstpädagogik zu Wort kommen, sondern die “Abnehmer”. Die „Anbieter“ haben dazu ihre Angebote in einen Reader geschrieben: “Angeboten. Was die Kunstpädagogik leisten kann” (KoPaed 2008).

Nun hat Franz Billmayer die ersten „Nachfrager“ bekannt gegeben, die im Rahmen der Tagung auftreten werden. Und ich bin recht beeindruckt, wen wir da als Nachfrager erwarten können…. [weiterlesen bei Torsten Meyer]

Neue Studiengänge, neue Textsorte

d7eb3c6d78.jpg

Die von Manfred Blohm herausgegebenen Anthologie „Kurze Texte zur Kunstpädagogik“ ist eine Antwort auf die neuen Studienbedingungen der Bachelorstudiengänge in der Kunstpädagogik. Sie umfasst Texte, die jeweils in 15 bis 20 Minuten lesbar sein sollen und die Bereiche Kunstgeschichte, Zeitgenössische Kunst, Dinge – Räume – Alltag sowie Fachdidaktische Fragestellungenauf unterschiedliche Art und Weise miteinander verknüpfen und zuspitzen. Als bewusst heterogene Textsammlung von 28 Autoren aus Schule und Hochschule stellt sie einen Ideenfundus für „erste Ideen und Anregungen für die Auseinandersetzung mit fachdidaktischen Fragestellungen“ dar. Dieser bescheidene aber wirkungsvolle Anspruch bietet einen exemplarischen Einblick in Facetten dess Faches, für das wenig Vorwissen vonnöten ist und möglicherweise auch Studierende erreicht, die Kunst nicht als Erstfach angewählt haben.