Rückblick // Modulprüfungen ::: dialog & display

Im Wintersemester veranstaltete Stefanie Johns das Master-Projektseminar „dialog & display“. Im Rahmen der Modulprüfung entwickelten die Studierenden eigene kunstpädagogische Positionen zum Seminarthema. Nikoline Tiroke zeigte dabei unter Anderem eigene Illustrationen zur Seminarlektüre.

Ein Kommentar von Nikoline Tiroke:
„Kunst und Biologie? Aha, das ist ja mal eine interessante Kombination!“ 
Spätestens seit Beginn meines Lehramtsstudiums mit der Fächerkombination Kunst und Biologie merke ich ganz deutlich, dass sehr viel in Gegensätzen oder in konträren Paaren gedacht wird. Kunst und Naturwissenschaft stehen sich widersprüchlich gegenüber, so scheint es vielen auf den ersten Blick. 
Aber stimmt das überhaupt? Was ist mit all dem dazwischen? Den Brücken, Kanälen und Tunneln, die sich mir verlockend zwischen den beiden Polen aufmachen? Ich will mich hin und her bewegen – die Biologie durch die Kunst und andersherum sehen, dem „Zwischen“ einen legitimierten Raum und einen Namen geben. Es soll sich ausdehnen, neue Ansichten, Ideen und Verdrehungen fordern. Wir, ich, ja und du auch, befinden uns ständig im Zwischen. Mal mehr zur einen, dann wieder zur anderen Seite neigend. Zwischen gestern und morgen, zwischen hungrig und satt, jung – alt, elementar – nebensächlich. Für meine kunstpädagogische Haltung heißt das unumgänglich im ausgedehnten Zwischenraum von Nähe und Distanz, Theorie und Praxis, Struktur und Freiheit, Vermittelbarkeit und Erfahrbarkeit zu agieren um jeder Person, jeder Situation, jeder Institution, jedem Gegenstand von Interesse flexibel begegnen zu können. Ich schwimme im Zwischen, dort wo nichts erwartet wird und doch alles passieren kann.“ (Nikoline Tiroke, 2019)

(c) Zeichnungen: Nikoline Tiroke