Visuelle Modelle – Ausstellung in der HCU


Wir laden Sie ein zur Ausstellung visueller Modelle, die im Masterseminar an der Hafencity Hamburg entstehen.
Freitag, den 4. Februar 2011 von 10-13 Uhr in der HCU, Averhoffstr. 38, HH, 3. OG.

Visuelle Modelle sind beispielhafte Konstruktionen und Entwürfe, die es uns ermöglichen, „den Ausblick auf etwas ansonsten Unzugängliches oder Ungedeutetes zu eröffnen“ (Boehm 2008, 140). Visuelle Modelle veranschaulichen, filtern, organisieren, strukturieren, symbolisieren, funktionalisieren und reflektieren unsere Wahrnehmung von der Welt. Ihre Kraft liegt darin, dass sie Sehen und Denken verbinden.
Das wohl bekannteste visuelle „Modell“, welches die europäische Geschichte, die bildhafte Darstellung und damit einhergehend unsere Sehgewohnheiten entscheidend beeinflusste, war die Entdeckung der Zentralperspektive. Wurde die Perspektive in der Renaissance noch als ein Modell des Abbildens neben anderen gedacht, stellt sie spätestens seit der Erfindung der Fotografie eine heute noch selbstverständliche Ordnung des Sehens dar. Sie wurde zur symbolischen Form, die unsere gesellschaftliche, wissenschaftliche und pädagogische Zeit entscheidend formierte. Spätestens seit dem digitalen Zeitalter scheint die Perspektive jedoch in der Auflösung begriffen. Nach Lev Manovich ist die symbolische Form des 21. Jahrhunderts vielmehr als Datenbank zu denken…
Welche visuellen Modelle gibt es also zwischen Zentralperspektive und Datenbank? Wie werden sie dargestellt? Als plastisches Objekt, als Skizze, als mathematische Formel, als Karte, als Atlas? Wie verknüpft sich in den Modellen Wahrnehmung mit Erkenntnis?