Interdisziplinäre Tagung „Inszenierung von Wissenschaftspraxis“ am 18.-19.2.2009

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Jede Wissenschaft ist an bestimmte Inszenierungs- und Repräsentationsweisen gebunden, um öffentlich wirksam und kommunizierbar zu werden. Darstellbarkeit und Darstellung sind aber nicht unabhängig von der Forschung zu denken, sondern sind vielmehr Bestandteile des spezifischen Wissens und ihrer Produktion. Durch die digitale Zäsur und neue visuelle Möglichkeiten der Repräsentation verändern sich gegenwärtig nicht nur die wissenschaftlichen Darbietungen, sondern die wissenschaftliche Praxis selbst. Der Einzug visueller Darstellungsmodi und Kommunikationsstrukturen berührt die Wissenschaftspraxis von Natur- und Geisteswissenschaftlern derzeit gleichermaßen: Neben bildgebenden Verfahren wurden neue visuelle Datenerhebungs- und Auswertungsmethoden entwickelt, die eine neue Speicherung und Archivierung erfordern, neue Publikations- und Editionspraktiken und damit auch neue Forschungsgegenstände, Laboratorien und Distributionswege entstehen lassen. Gerade die Wissenschaftspraxis, und zwar sowohl die geisteswissenschaftliche als auch die naturwissenschaftliche, entzieht sich jedoch einer breiten Bevölkerungsschicht. Was tut ein Theaterwissenschaftler, Physiker oder ein Philosoph, wenn er forscht? Wie arbeitet ein Kunsthistoriker, ein Erziehungswissenschaftler oder ein Biologe und wie lässt sich das darstellen?

Programm und Anreise

Projektseminar: Kommunikation und kulturelle Innovation im Zeitalter der Postironie und Utopie 2.0 (in Kooperation mit dem Schweizer Künstlerduo Com&Com)

Sommersemester 2009: In Kooperation mit Theresa Rieß (kiss-Stipendiatin, Kunsthochschule Kassel) und Johannes M. Hedinger (Com&Com)

Das Künstlerduo Com&Com, einst selbst durch ironische Zitatwerke bekannt geworden, riefen für 2009 das Jahr der Postironie aus. Programmatisch steht am Anfang ein Manifest: http://www.postirony.com. Unter diesem Dach wird es verschiedene Manifestationen geben, mindestens eines auch auf dem Campus der Universität Hamburg: „Unbuilt road #1“ (Arbeitstitel) ist ein Projekt, bei dem unrealisierte poetisch bis verrückte Ideen und Träume aufgespürt, sichtbar gemacht und teils realisiert werden.
Anhand des Projektes lassen sich Schnittstellen zwischen realen und virtuellen Räumen, zwischen Wünschen, Sehnsüchten und Lebenswirklichkeiten untersuchen. Das Seminar kreist um Themen wie Kreativitätstechniken, Partizipationsprozesse, kulturelle Innovation, Agenda-Setting, virales Marketing und visuelle Kommunikationsstrategien in social networks und collaboration webs, aber auch um soziale Utopien, Bildungsideale, Nachhaltigkeit, neue Emotionalität und die ungebrochene Schönheit (Beauty is the new Punk).

[Weiterlesen bei Meyers Lehre]

questions about art: documenta-dock.net

Bernhard Balkenhol fasst die grundlegende Idee des Konzepts quasi schlüssig zusammen: „Gegenwartskunst ist eigentlich nicht schwer zu vermitteln, weil man selbst ja Bestandteil dieser Gegenwart ist. Wenn man diese Gegenwart als Gegenwart ernst nehmen würde, hätte man wahrscheinlich weniger Probleme, diese Kunst ernst zu nehmen und damit die Kunst auch zu verstehen.“

Er meint das zwar gar nicht explizit bezogen auf das Projekt documenta-dock.net, sondern antwortet allgemein auf die Frage „Warum ist zeitgenössische Kunst so schwer zu vermitteln?“ Aber für das Konzept documenta-dock.net passt es auch: Aktuelle Medientechnologie wird genutzt, um Zugänge zur aktuellen Kunst zu schaffen. Die Gegenwart wird als Gegenwart ernst genommen, indem Gegenwartsmedientechnologie verwendet wird, um Gegenwartskunst zu vermitteln. [weiterlesen in Meyer’s blog]

kiss 2009 – Kultur in Schule und Studium

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Wie in 2008 werden auch für 2009 vom BDK in Kooperation mit dem Siemens Arts Program und gefördert durch die Robert Bosch Stiftung fünf Stipendien für Studierende der Kunstpädagogik in Höhe von jeweils 1.500 Euro für die Entwicklung von Unterrichtsprojekten zum Thema „Kunst und aktuelle Medienkultur“ vergeben

Die beteiligten Künstler im Jahr 2009 sind: Jeanne Faust, M+M, Jonathan Monk, Michael Sailstorfer und Eran Schaerf.


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[Weiterlesen im kiss-blog …]

Angebot und Nachfrage – vielversprechende Referenten


Wie schon erwähnt, veranstaltet Franz Billmayer vom 19. bis 21. März 2009 an der der Universität Mozarteum Salzburg eine ungewöhnliche Tagung. Es sollen nicht, wie üblich, die “Anbieter” der Kunstpädagogik zu Wort kommen, sondern die “Abnehmer”. Die „Anbieter“ haben dazu ihre Angebote in einen Reader geschrieben: “Angeboten. Was die Kunstpädagogik leisten kann” (KoPaed 2008).

Nun hat Franz Billmayer die ersten „Nachfrager“ bekannt gegeben, die im Rahmen der Tagung auftreten werden. Und ich bin recht beeindruckt, wen wir da als Nachfrager erwarten können…. [weiterlesen bei Torsten Meyer]

Lehrer-Performances: Der blaue Engel

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Am 8. Januar 2009 findet eine weitere Filmveranstaltung in der Reihe „Lehrer-Performances. Spiel/Filmbeispiele“ in Kooperation mit [FuL] Forschungs- und Le[ ]rstelle statt, zu der ich Euch/Sie schon jetzt herzlich einladen möchte. Manuel Zahn, der zur Film-Bildung promoviert zeigt und diskutiert zusammen mit Prof. Dr. Karl-Josef Pazzini den Film „Der blaue Engel“ (D 1930). Die Veranstaltung beginnt um 18.00 Uhr in Rm 504, VMP 8.

Josef von Sternbergs „Der blaue Engel“ ist die filmische Adaption von Heinrich Manns Roman „Professor Unrat oder Das Ende eines Tyrannen“. Seine Lehrerfigur Professor Immanuel Rath lebt nach einem streng durchgeplanten Tagesablauf in seiner bis ins kleinste Detail geordneten Welt. Als Gymnasialprofessor führt er ein hartes Regiment in einer Klasse männlicher Schüler, bei denen er den Spitznamen „Unrat“ trägt. Er erfährt, dass sich einige seiner Schüler in einer Bar namens „Der blaue Engel“ herumtreiben. Rath ist fest entschlossen diesem Treiben ein Ende zu bereiten, doch stattdessen verfällt er dort den Reizen der Tänzerin Lola.

global Adventskalender

Laut wikipedia ist der Adventskalender zwar eine typisch deutschsprachige Tradition. Unter der Überschrift „Globalisierung“ heißt es aber: „Da man Adventskalender mittlerweile weltweit vermarktet, müssen die Motive auch überall verstanden werden. Statt Maria und Josef finden sich so inzwischen auch Bären oder Bambis.“ – Hier ist man noch einen Schritt weiter gegangen in diese Richtung:

Dieser Adventskalender kann geradezu als Sinnbild dessen angesehen werden, was hinter dem Begriff „Globalisierung“ bei genauem Hinsehen steckt: Totale Abstraktion von kulturspezifischen Schnickschnack (Maria, Josef, Bären, Bambis) und Reduzierung auf das objektiv Wesentliche: 6 * 4 = 24. [weiterlesen in Meyers blog]

Lehrer-Performances: Guten Morgen, Herr Grote!

In der von Manuel Zahn gegründeten Reihe Lehrer-Performances. Spiel/Film-Beispiele besprechen wir den Film

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Guten Morgen, Herr Grothe!
Präsentation und Diskussion des Films mit Andrea Sabisch und Manuel Zahn
Zeit: Donnerstag, 4. Dezember 18.00 Uhr
Ort: Raum 504, VMP 8

Lars Kraumes Film zeigt einen Ausschnitt aus der Arbeit und dem Leben der Lehrerfigur Michael Grothe. Der 37-jährige ist Deutsch-Lehrer an einer Berliner Haupt- und Realschule. Grothe liebt seinen Beruf – und tut das vielleicht zu sehr. Seine Ehe ist längst gescheitert, sein Sohn lebt bei der Mutter und auch die Beziehung zu seiner Kollegin Lisa steht auf der Kippe. In leisen aber beeindruckenden Bildern regt der Film dazu an über das Begehren des Lehrers, sein Engagement in der Lehre, aber auch über seine Ohnmacht gegenüber den Schülern nachzudenken.

Lehren bildet – Das Rätsel unserer Lehranstalten

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Was passiert eigentlich, wenn wir lehren? Wie kann man den komplexen Vorgang der Lehre, der mit einer Unterstellung oder einen Zutrauen anhebt, einer Übertragung gleicht und immer etwas mit dem Wünschen zu tun hat, mit Verantwortung, Fragen und einem Gespräch, wie kann man diesen Vorgang denken? Welche Konzeptionen der Lehre gibt es? Wie hängen Lehren und Lernen miteinander zusammen?

Solche und ähnliche Fragen stellten sich den Teilnehmenden des interdisziplinären Colloquiums unter der Leitung von Prof. Dr. Karl-Josef Pazzini und Prof. Dr. Michael Wimmer im Warburg-Haus am letzten Wochenende. Gerade vor dem aktuellen Hintergrund des tief greifenden Umbaus von Schule und Universität, der seit Bologna die Bildungsinstitutionen in berufspragmatisch ausgerichtete Lernanstalten verkehrt, thematisierte die Tagung den Versuch einer kritischen Analyse der gegenwärtigen Bildungssituation.

Im Zentrum stand dabei die zukunftsgerichtete Frage, was an und in der Lehre nicht in messbare Daten übersetzt werden kann und was daraus folgt, wenn Bildung sich für die Messbarkeit zurichtet. Zum Programm

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