Lehren bildet – Das Rätsel unserer Lehranstalten

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Was passiert eigentlich, wenn wir lehren? Wie kann man den komplexen Vorgang der Lehre, der mit einer Unterstellung oder einen Zutrauen anhebt, einer Übertragung gleicht und immer etwas mit dem Wünschen zu tun hat, mit Verantwortung, Fragen und einem Gespräch, wie kann man diesen Vorgang denken? Welche Konzeptionen der Lehre gibt es? Wie hängen Lehren und Lernen miteinander zusammen?

Solche und ähnliche Fragen stellten sich den Teilnehmenden des interdisziplinären Colloquiums unter der Leitung von Prof. Dr. Karl-Josef Pazzini und Prof. Dr. Michael Wimmer im Warburg-Haus am letzten Wochenende. Gerade vor dem aktuellen Hintergrund des tief greifenden Umbaus von Schule und Universität, der seit Bologna die Bildungsinstitutionen in berufspragmatisch ausgerichtete Lernanstalten verkehrt, thematisierte die Tagung den Versuch einer kritischen Analyse der gegenwärtigen Bildungssituation.

Im Zentrum stand dabei die zukunftsgerichtete Frage, was an und in der Lehre nicht in messbare Daten übersetzt werden kann und was daraus folgt, wenn Bildung sich für die Messbarkeit zurichtet. Zum Programm

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Neue Studiengänge, neue Textsorte

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Die von Manfred Blohm herausgegebenen Anthologie „Kurze Texte zur Kunstpädagogik“ ist eine Antwort auf die neuen Studienbedingungen der Bachelorstudiengänge in der Kunstpädagogik. Sie umfasst Texte, die jeweils in 15 bis 20 Minuten lesbar sein sollen und die Bereiche Kunstgeschichte, Zeitgenössische Kunst, Dinge – Räume – Alltag sowie Fachdidaktische Fragestellungenauf unterschiedliche Art und Weise miteinander verknüpfen und zuspitzen. Als bewusst heterogene Textsammlung von 28 Autoren aus Schule und Hochschule stellt sie einen Ideenfundus für „erste Ideen und Anregungen für die Auseinandersetzung mit fachdidaktischen Fragestellungen“ dar. Dieser bescheidene aber wirkungsvolle Anspruch bietet einen exemplarischen Einblick in Facetten dess Faches, für das wenig Vorwissen vonnöten ist und möglicherweise auch Studierende erreicht, die Kunst nicht als Erstfach angewählt haben.

Laboratorium Ästhetische Bildung (LAB)

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Auf dem II. Kongress der Schulerneuerer und Schulgründer „Treibhäuser & Co“ in Bregenz am Bodensee habe ich in der Klausur im Schloss Salem einen Workshop angeboten, in dem exemplarisch gezeigt, probiert und gemeinsam diskutiert wurde, wie ein materialgelenkter, experimentierfreudiger forschender Kunstunterricht (auch für altersgemischte Klassen, insbesondere der Sekundarstufe I) in Zukunft aussehen kann. Ausgangspunkt war ein Phänomen, welches die europäische Geschichte, die bildhafte Darstellung und damit einhergehend unsere Sehgewohnheiten entscheidend beeinflusste: Die Entdeckung der Zentralperspektive.

Wurde die Perspektive in der Renaissance noch als ein Modell des Abbildens neben anderen gedacht, stellt sie spätestens seit der Erfindung der Fotografie eine heute noch selbstverständliche Ordnung des Sehens dar. Sie wurde zur symbolischen Form, die unsere gesellschaftliche, wissenschaftliche und pädagogische Zeit entscheidend formierte.
Vor dem Hintergrund, dass sich diese Form der Sichtbarmachung an einzelnen Zeichen- und Sehhilfen rekonstruieren und lehren lässt, habe ich das Konzept des neu gegründeten Hamburger Laboratorium Aesthetische Bildung (LAB) vorgestellt, das in Kooperation optische Experimente wissenschaftshistorisch rekonstruiert und für didaktische Zwecke nachbaut.

Tortendiagramme, Bauklötzer und ePUSH als Grassroot-Movement

Bei infosthetics.com habe ich dieses geniale Tortendiagramm gefunden. Es besticht durch vorbildlich saubere Empirie der dargestellten Datenlage und unmittelbare Anschaulichkeit des Sachverhalts. Vor allem besteht hier nicht, wie bei vielen anderen abstrakten Datenvisualisierungen die Gefahr, dass das Beschriebene mit der Beschreibung, z.B. die Speisekarte mit dem Essen verwechselt wird ( ;-).

Weiterlesen bei Torsten Meyer …

Loccum V

Am letzten Wochenende fand das fünfte kunstpädagogische Kolloquium an der evangelischen Akademie in Loccum statt.

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Unter der Leitung von Prof. Dr. Andreas Brenne (s. Bild) und Blanka Sophie Siebner trafen sich 15 Nachwuchswissenschaftler und Wissenschaftler aus der Kunstpädagogik und benachbarter Disziplinen, um unabhängig von Institutionen und Betreuungsverhältnissen über eigene Forschungsvorhaben in progress zu sprechen. In diesem Jahr hieß das gemeinsame Thema „Räume“. Näheres

Rückschau Lehre SoSe 08

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Das Sommersemester war relativ stark geprägt von der Lehre. Ich habe insgesamt 5 Lehrveranstaltungen durchgeführt und dann noch im letzten Drittel ein weiteres Seminar für einen erkrankten Kollegen übernommen. Da ich in diesem Semester auch einige ganz vielversprechende Experimente in der Lehre durchgeführt habe, scheint eine kleine Rückschau ganz angebracht.
[Weiterlesen in Meyers blog: Teil 1, Teil 2]

Welt als solche sieht man nicht

Ästhetik verstehe ich vor allem als Frage nach Darstellung und auch nach Darstellbarkeit. Darum ist auch das, was nicht wahrgenommen werden kann, weil es unsichtbar (z.B.), jedenfalls nicht problemlos darstellbar ist, ein Thema Ästhetischer Bildung.
Schwer darstellbar zum Beispiel ist das, was oft leichtsinnig „Globalisierung“ genannt wird. Jacques Derrida weigert sich schon, nur das Wort „globalization“ zu verwenden. Er beharrt auf dem frz. „mondialisation“, das er als dt. „Weltweit-Werden“ wiedergibt. Er beharrt auf eine „Welt [monde, world, mundus], die weder der Kosmos, noch der Globus, noch das Universum ist.“ (Die unbedingte Universität, S. 11)
Die zentralperspektivische Version des Weltweit-Werdens, der Globus als fassbare Repräsentation, funktioniert nicht mehr. Der „Globus“ und die „Globalisierung“ suggerieren eine abstrakte Vogelperspektive, die mit den Details und den Differenzen nichts zu tun haben will. Derridas „Weltweit-Werden“ hingegen impliziert ein Anerkennen von Pluralität und damit verbundener Heterogenität der Kulturen.

Was wären angemessene Formen der Visualisierung des Weltweit-Werdens? [Weiterlesen in Meyers blog]

Hyperkult: Versuch über das Prinzip Database

Ich denke, also bin ich.
(René Descartes)

Naja, du weißt wer du bist. Und du weißt alles Mögliche über dich selbst. Aber was den alltäglichen Kleinkram betrifft, sind Notizen wirklich sinnvoll.
(Leonard Shelby)

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Die traditionsreiche Lüneburger HyperKult-Tagung fand dieses Jahr schon in der ersten Juliwoche statt. Christina Ferner hatte in Ihrem neuen blog schon darüber berichtet. Thema der diesjährigen Tagung war Ordnungen des Wissens. Ich hatte mich mit einem experimentellen Vortrag um Beteiligung beworben, der auf meine Auseinandersetzung mit Christopher Nolans Film Memento und Lev Manovich Behauptung der Database as a symbolic Form zurückgeht. [weiterlesen in Meyers blog]