Kommunikation

»Call for Collaborators!« Vortrag Gesa Krebber am 27.06.2019

Im Rahmen der Ringvorlesung »Wie zusammen arbeiten?« an der Universität Hamburg, Von-Melle-Park 8, Raum 404, 16-18, spricht Gesa Krebber zum Thema »Call for Collaborators! – Gemeinschaftliche Praktiken zeitgenössischer Kunst und Kunstpädagogik im Kontext digitaler Medienkultur.«
Mit der Ankündigung des Kurator*innen-Kollektivs ruangrupa für die documenta15 im Jahr 2022 zeigt sich einmal mehr, wie Praktiken der Kollaboration auch in der Kunst immer häufiger im Fokus stehen. Vom ursprünglich negativ besetzten Begriff der Kollaboration als Zusammenarbeit mit dem Feind im Nazi-Regime Frankreichs wandelt sich das Verständnis des Begriffs in allen Bereichen. Kollaboration erlangt eine positive Bedeutung, steht zum Beispiel für temporäre Zusammen- oder Mitarbeit künstlerischer Produktion in global vernetzten Teams.Damit stellt sich Kollaboration quer zu Konzeptenwie Einzelkünstlertum oder Genie. Sie fordert dazu auf, bestehende Strukturen und institutionelle Hierarchien in der Verhandlung von Kunst im Kunstunterricht zu durchkreuzen. Ausgehend von künstlerischen Kollaborationen werden im Vortrag fruchtbare Anstöße für die Diskussion neuer Grundhaltungen für die Kunstpädagogik vorgestellt. 

LIGNA »Die Kollektive Produktion des Publikums – Vortrag am 16.05.2019

Arbeiten wie das Radioballett von LIGNA adressieren das Publikum als Produzenten von Gesten, Bewegungen und Situationen. Ganz wörtlich verstehen sich diese Performances als Kollaborationen, deren Ergebnis entsprechend nur bedingt kontrollierbar und in den Wirkungen unvorhersehbar sind – damit auch die hiesigen Produktionsverhältnisse reflektierend und in Frage stellend. Der theoretischen Darstellung folgt die Durchführung eines Ausschnitts vom Tanz aller.
Beitrag im Rahmen der Ringvorlesung »Wie zusammen arbeiten?« an der Universität Hamburg, Von-Melle-Park 8, Raum 404, 16-18h.

Nadia Bader: Zeichnen – Reden

Formen der Artikulation in bildnerischen Prozessen
Nadia Bader berichtet über das Teamforschungsprojekt „Zeichnen – Reden“ (Hochschule der Künste Bern, 2012/13), das danach fragt, wie der kommunikative Austausch im Kunstunterricht das bildnerische Denken und Handeln der involvierten Personen beeinflusst. Vorgestellt werden das Forschungssetting, die Analyse zeichnerischer und dialogischer Prozesse anhand einer videographisch dokumentierten Unterrichtsstunde sowie erste Ergebnisse. Abschließend folgt ein Ausblick auf die aktuelle Weiterführung und Vertiefung der Studie in Baders Promotion.

 

Achtes kunstpädagogisches Forschungskolloquium in Loccum

Das achte kunstpädagogische Forschungskolloquium an der Evangelischen Akademie Loccum findet zum Thema »Kunst – Sprache – Vermittlung – Beschreibungen von kunstpädagogischen Prozessen« vom 2.-4. September 2011 unter der Leitung von Kerstin Asmussen, Katja Helpensteller, Gila Kolb und Evelyn May statt. Die Sprache ist für die kunstpädagogische Forschung in doppeltem Sinne bedeutsam: Zum einen in der Begegnung mit Kunst und ästhetischen Prozessen in Situationen der Kunstvermittlung, zum anderen in der Forschung darüber und der damit verbundenen Aufgabe der Dokumentation, Auswertung und Präsentation der Ergebnisse. Als zentrales Instrument der Verständigung dient Sprache im Kunstunterricht und in der Kunstvermittlung etwa der Reflexion von eigenen ästhetischen Arbeiten, dem Feedback seitens der Lehrenden und Lernenden und der Rezeption von Kunstwerken, indem individuelle Perspektiven und Sichtweisen verbalisiert werden. Doch lassen sich ästhetische Erfahrungen und subjektive Wahrnehmungen in ihrer Gänze verbal erfassen? Gottfried Boehm etwa lehnt eine Übersetzbarkeit von Bildern in verbale Sprache ab; Ursula Brandstätter betont die Unübersetzbarkeit der ästhetischen Erfahrung in Begriffe (vgl. Lange 2010). Doch im Forschungskontext ist Sprache ein primäres Medium, um ästhetische Prozesse zu beschreiben: Schülerinnen und Schüler oder andere Personen im Forschungsfeld reflektieren ihr Tun, die Forschende wiederum beobachten, stellen Fragen, analysieren und interpretieren. Dabei bewegen sich Forschende im weiten Feld einerseits mit der eigenen Argumentation zu überzeugen zu müssen und andererseits für die Lesenden ansprechend zu erzählen (vgl. Reichertz, Soeffner 1994, S. 310).
Im Rahmen des diesjährigen Kolloquiums soll beleuchtet werden, ob und inwiefern gerade in der kunstpädagogischen Forschung ein besonderes Potential für mehrdimensionale Übersetzungsstrategien aus der Kunst heraus besteht oder bereits praktiziert wird. Welche Strategien verfolgt der wissenschaftliche Nachwuchs, um kunstpädagogische Prozesse zu beschreiben? Ziel ist es ein Nachdenken über das Verhältnis von Sprache, Kunst, Kunst-vermittlung und kunstpädagogischer Forschungspraxis anzuregen. Dr. des. Rahel Ziethen (Universität Hildesheim) wird das Kolloquium dazu mit einem impulsgebenden Beitrag bereichern. Näheres hier