Poesie

Christina Griebel: Ungehorsam übersetzen. Kunstpädagogik als Poesie

Kunstpädagog_innen leisten in ihrer täglichen Arbeit bewusst und unbewusst Übersetzungsarbeit zwischen Worten und Taten, die Bilder sein können. Wer Übersetzungarbeiten nicht selbst verrichtet, fügt sich den hegemonialen Ansprüchen anderer, denn Sprachen sind Herrschaftsinstrumente. Deshalb muss diese Arbeit unendlich von Neuem begonnen werden. Das Potential (ein abgedroschener technokratischer Begriff) und die romantische Potenz dieser Tätigkeit bleiben häufig Desiderat (desire, ein Wunsch und Begehren). Poesie wäre ein anderer Begriff dafür – und zugleich die ungezogene Schaffung konjunktiver Räume. Im Sinne einer philologisch-kritischen Kunstpädagogik wird sie in diesem Vortrag mit verwandten Begriffen an der Wurzel gepackt, ungehorsam übersetzt, auf ihren Gebrauch in Fachgeschichte und aktuellen Diskursen befragt und mit Blick auf die Ermöglichung ästhetischer Mentalität in Gegenwart und Zukunft untersucht. Nähere Informationen und Download des Textes finden Sie hier.

Am Anfang war das Wort »Am«

Ab dem Wintersemester 2015 wird die Druckwerkstatt im Keller der Erziehungswissenschaft offiziell in Betrieb sein, in Verbindung mit einem Seminarangebot und offen für eigene Projekte. Verantwortlich dafür ist Tanita Olbrich, die neues Mitglied in unserem Team ist.

Foto

Tanita Olbrich ist 1990 in Berlin geboren, wo sie zunächst Philosophie studierte. 2014 wechselte sie Ort und Fach, um an der HFBK bildende Kunst zu studieren. Dort arbeitet sie mit Wort, Film und Fotografie. Seit Kurzem ist sie am Aufbau der Druckwerkstatt der Forschungs- und Le[ ]rstelle – Kunstpädagogik und visuelle Bildung an der Fakultät für Erziehungswissenschaft der Universität Hamburg beteiligt.

Im Wintersemester wird sie dort folgendes Seminar anbieten:

Am Anfang war das Wort »Am«. Visuelle Poesie und Druckwerkstatt.
Sprache und Wort sind nicht nur Mittel der Kommunikation und Beschreibung, Sprache und Wort können ebenso Material und Form, Figur und Abbild sein. In der Druckwerkstatt im Keller der Fakultät für Erziehungswissenschaft (VMP8) werden wir uns dem visuellen Zugriff auf Sprache und Wort annähern. Dazu werden wir uns mit visueller und konkreter Poesie beschäftigen und versuchen, unsere Erkenntnisse in analoge Drucke umzuwandeln. Es wird gesetzt, gepresst, gefärbt, und am Ende das eigene Wort in den Händen gehalten. Eigene Ideen und Projekte sind herzlich willkommen.