Besuchsseminare zur dOCUMENTA (13)

Kurz nach Eröffnung der dOCUMENTA (13) bieten die Kunstdidaktik an der Kunsthochschule Kassel und der ADBK München zwei Besuchsseminare mit einem konzentrierten Programm über zwei Tage sowie Unterkunft an. Eine Kooperationsveranstaltung des BDK-Bayern mit dem Lehrstuhl für Kunstpädagogik an der Kunstakademie München, der Kunstdidaktik an der Kunsthochschule Kassel und KUNST+UNTERRICHT

Nähere Information zum Seminarprogramm und Anmeldung unter: http://www.kunstpaedagogik-adbk.de/index2.html

kunst | denken | lernen.

Bundeskongress der Studierenden der Kunstpädagogik in Dresden

Text von der Website: „kunst | denken | lernen ist eine Tagung von Studierenden für Studierende. Sie wird veranstaltet von der Kunstfachschaft Köln in Kooperation mit den Studierenden der Kunstpädagogik der TU Dresden und wird im Vorfeld der Abschlussveranstaltung von BuKo12 am 18.10.2012 in Dresden stattfinden. Die Tagung soll den fachlichen Austausch über die Grenzen der eigenen Universität hinaus ermöglichen und darüber hinaus, als erster Bundeskongress der Studierenden der Kunstpädagogik, eine Vernetzung innerhalb Deutschlands (und womöglich darüber hinaus) anstreben. Sie soll damit keine Einzelveranstaltung bleiben, sondern ein Startschuss sein und damit den Studierenden die Möglichkeit der Partizipation am Fachdiskurs ermöglichen. Um jetzt schon miteinander ins Gespräch zu kommen, haben wir eine mixxt-Plattform eingerichtet, auf der wir mit euch in den Austausch kommen wollen und auf der ihr immer aktuelle Infos finden werdet und auch selbst publizieren könnet. Bitte meldet euch dort an: kunstdenkenlernen.mixxt.de

Für die genaue Planung und Organisation gibt es nun ein paar Termine und Fristen:

Eure Beiträge sollen nicht länger als 20 Minuten sein, damit wir genug Zeit für Fragen haben.

Bitte sagt uns bis spätestens zum 20. Mai 2012 Bescheid, ob ihr und zu welchem Thema (Arbeitstitel reicht) ihr vortragen wollt.

Bis zum 15. Juli 2012 bräuchten wir dann den genauen Titel und ein kurzes Abstract (nicht mehr als eine A4-Seite), um das Programm herstellen zu können.

Ihr könnt die mixxtplattform auch nutzen, um inhaltliche Fragen zu klären!

Auch alles weitere Organisatorische, wie günstige Anfahrt und Unterkunft wollen wir gerne dort mit euch gemeinsam organisieren.

Bitte stellt alle Fragen, die ihr noch habt, am Besten an kunstdenkenlernen@gmail.com und vor allem: Sagt es weiter!!!“

Termin: 18.10.2012

Ort: Dresden

Veranstalter: Kunstfachschaft Köln / Studierende der Kunstpädagogik an der TU Dresden

 

Internationales Symposium

Die Geschichte des Ausstellens ist eine Geschichte einer disziplinenübergreifenden Praxis im visuellen Feld: In ihr verbinden sich Form und Sinn, kulturelle Produktion und gesellschaftliche Relevanz. Entsprechend schreiben Ausstellungen die Ansprüche und Traditionen angewandter Kunst fort und aktualisieren sie. Vor dem Hintergrund einer gegenwärtigen Neuformulierung des Begriffs des »Angewandten« scheint es sinnvoll, Debatten zu Ansprüchen an Museen und Ausstellungen einer Revision zu unterziehen: Besonders relevant sind hier etwa jene nach Demokratisierung, Partizipation, Intervention, Utopie und Wissensproduktion. Gemeinsam haben diese, dass sie das »Angewandte« und das »Ausstellen« zusammen denken. In einem engeren Sinn trifft dies vor allem auch für Fragen der Ausstellungsgestaltung und den Umgang mit Dingen in Ausstellungen zu. All dies soll in einem internationalen Symposium verhandelt werden.

Das genaue Programm finden Sie hier als PDF.

Expedition: „Louise Bourgeois. Passage dangereux“, 03.05.12, 18h

Hervorgegangen aus den Bildungsexpeditionen des BuKo12 setzt sich dieses institutions- und spartenübergreifende Kommunikationsforum nun weiter fort. Am Donnerstag, den 03. Mai findet unser nächsten Treffen statt zum gemeinsamen Besuch der Ausstellung „Louise Bourgeois. Passage dangereux“ in der Kunsthalle Hamburg. Auch diese Expedition soll Raum bieten zum Austausch und kollegialen Dialog zwischen Kunstpädagogik, Kunst- und Kulturvermittlung, schulischen und außerschulischen Arbeits- und Forschungsfeldern.

Im Zentrum der Auseinandersetzung werden die Arbeiten der Künstlerin Louise Bourgeois stehen und Fragen nach Möglichkeiten und Grenzen in der Begegnung mit und Vermittlung von diesen komplexen Werken. Welche Vermittlungsformate sind hier denkbar und in einem Ausstellungsbesuch realisierbar? Wie viel „Vermittlung“ ist notwendig und wie lassen sich Bezugnahmen zwischen „subjektiv-assoziativen“ und „wissensvermittelnden“ Methoden beschreiben bzw. begründen? Aus der Entwicklung und Reflexion konkreter Ideen zur Gestaltung und Umsetzung eines Ausstellungsbesuchs werden Diskussionen möglich über Unterschiede wie Gemeinsamkeiten im jeweiligen professionellen Bildungsverständnis der einzelnen TeilnehmerInnen und den verschiedenartigen Vermittlungsbegriffen.

 

Hinweis zur Organisation:

Da Prof. Dr. Andrea Sabisch an diesem Termin leider kurzfristig verhindert ist, wird Evelyn May (wissenschaftliche Mitarbeiterin im Arbeitsbereich Bildende Kunst der Universität Hamburg) das Treffen koordinieren und moderieren. Diese Lösung ermöglicht es, dass der Ausstellungsbesuch stattfinden kann und ein kontinuierlicher Austausch erhalten bleibt, den wir als besondere Qualität dieses Kommunikationsforums gerne fortführen möchten.

BDK-Mitglieder erhalten freien Eintritt in die Kunsthalle, der normale Eintrittspreis beträgt ansonsten 12 Euro pro Person. Da außerdem eine Führung durch die Ausstellung geplant ist, fällt zudem ein Unkostenbeitrag an.

Der gemeinsame Treffpunkt ist um 18 Uhr der Eingangsbereich des Hubertus-Wald-Forums.

Anmeldung bis zum 27.04.2012 per Mail oder telefonisch an Evelyn May:

evelyn.may@uni-hamburg.de

040/42838-2158

Tagung zum Bilderbuch im Juni

Bilderbücher sind mehr als visuell gestützte Erzählungen oder textuell kommentierte Bildserien. Bilderbücher sind kulturelle Transformatoren von symbolischen und imaginären Welten. Während sich die Besonderheit des Bilderbuchs aus der Doppelstruktur von Text und Bild speist, ist die Praxis der Bilderbuchrezeption geprägt von einseitigen Umgangsweisen: Noch immer werden Bilderbücher zumeist auf eine Narration hin rezipiert. Gleichzeitig fällt auf, dass der Umgang mit dem spezifisch Bildlichen Unsicherheiten provoziert. Dies steht in einem Spannungsverhältnis zum gesellschaftlichen Mediengebrauch und ästhetischem Erfahrungswandel. Durch die digitale Zäsur verändern sich nicht nur visuelle Darstellungsmodi und Kommunikationsstrukturen, sondern auch Text-und Bildrelationen des bisher so traditionellen Mediums. Im Bilderbuch wird mit Nähe und Ferne zwischen Text und Bild, mit textuellen und visuellen Leerstellen, mit Blick- und Leserichtungen experimentiert. Neue Formate, wie z.B. die Graphic Novel, assoziative Bildserien oder offene Bildepisoden entstehen. Es verwundert nicht, dass sich mit dem wandelnden Verständnis des Bilderbuchs auch die Adressatenkreise und der Wirkungsanspruch dieses Genres verändern. Bilderbücher sind vermehrt als All-Age-Bücher konzipiert, die zum Assoziieren und Befragen herausfordern.

Inwiefern aber lässt sich das Bilderbuch selbst befragen? Was ist in theoretischer und didaktischer Hinsicht fragwürdig an diesem facettenreichen Medium? Welche Bildungs- und Lernpotenziale bietet das Bilderbuch? Was ist das spezifisch Visuelle und Textuelle? Wie lässt sich darüber sprechen? Wie kann man visuell darauf antworten? Was sind spezifisch ästhetische Erfahrungen mit Bilderbüchern? Wie wird das Imaginative in Bilderbüchern hervorgerufen? Welche Rezeptionszugriffe entwickeln Kinder auf unterschiedliche Formen der Text-Bild-Relationen? Welche Interaktionsformen zwischen Bilderbuchvermittler/innen und Kindern gibt es? In welchem Verhältnis stehen diese zu den je spezifischen Potenzialen des Bilderbuchs? Welche Fragen kann eine interdisziplinäre Grundlagenforschung zur Bilderbuchrezeption behandeln? Wie kann eine Produktionsforschung gedacht werden?

Die Arbeitstagung richtet sich an interdisziplinär Forschende, Doktoranden und Studierende. Das Programm finden Sie hier.
Eine vorherige Anmeldung per Mail wird erbeten an andrea.sabisch@uni-hamburg.de und iris.kruse@uni-hamburg.de

Forschungskolloquium „Schreiben, Zeichnen, Forschen“ im Mai

Interessierte Wissenschaftler/innen am Forschungskolloquium mit dem Thema „Schreiben, Zeichnen, Forschen“ sind herzlich eingeladen am 11. Mai 2012 in die Universität Hamburg zu kommen. Mit diesem Kolloquium soll der Versuch gestartet werden, Forschende im deutschsprachigen Raum zusammen zu bringen, die sich mit den Relationen und der spezifischen Medialität und Materialität von Bild und Sprache wissenschaftlich auseinandersetzen. Während schriftliche Notationspraktiken und Aufzeichnungen bereits im 20. Jahrhundert in der Forschung thematisiert wurden, kann man gegenwärtig die theoretischen Debatten über die Relevanz des Visuellen in Erkenntnisprozessen mit verfolgen. So entstehen derzeit Forschungsarbeiten zum Thema des Zeichnens, zur medialen Übersetzung von Bild und Sprache, zur „Visual literacy“, zum Sprechen über Kunst oder zur Kategorisierung visueller Erfahrung.

In diesem ersten Kolloquium soll vormittags ein Austausch zwischen den Beteiligten angeregt und die eigenen Forschungsarbeiten vorgestellt werden. Nach einem gemeinsamen Mittagessen stellen dann Christoph Hoffmann (Universität Luzern) und Judith Marlen Dobler (Hochschule für Gestaltung und Kunst Basel) ihre eigenen Forschungen vor. Ziel ist es eine neue interdisziplinäre Forschungsgruppe zu gründen.
Das Programm finden Sie hier.

Interessierte richten sich bitte per Mail mit kurzer Angabe zum eigenen Forschungsprojekt an andrea.sabisch@uni-hamburg.de

Veranstalterin: Prof. Dr. Andrea Sabisch

Wo?
Universität Hamburg
Fakultät 4, FB Erziehungswissenschaft
Ästhetische Bildung
Von-Melle-Park 8
Raum 504
D – 20 146 Hamburg

Kunst kommt vom Unvermögen, z.B. dem der Psychoanalyse

18.04.2012, 19 Uhr im Kunstverein

Vortrag von Karl-Josef Pazzini anlässlich der Heftpräsentation von Gert & Uwe Tobias

Der Vortrag dreht sich um das Verhältnis von Kunst und Psychoanalyse, denn Freud verstand die Künstler nicht, die Künstler aber verstanden Freud.
Und weil die Künstler Freud verstanden, konnten Psychoanalytiker die Psychoanalyse verstehen und weiterentwickeln. Kein Zufall: In der Psychoanalyse wie in der Kunst geht es um die Konstruktion von Schnittstellen.

Karl-Josef Pazzini (*1950) studierte Philosophie, Theologie, Erzie-hungswissenschaft, Mathematik und Kunstpädagogik. Er arbeitet als Psychoana-lytiker in eigener Praxis und ist seit 1993 Professor für Bildende Kunst und Erziehungswissenschaft an der Universität Hamburg. Pazzini ist Mitbegründer der „Assoziation für die Freudsche Psychoanalyse“, und des „Psychoanalytischen Kollegs“, der Hamburger Forschungsgruppe für Psychoanalyse (HAFPA), des Jüdischen Salons im Grindel (Hamburg), der Wissenschaftlichen Assoziation: Kunst – Medien – Bildung und der Psychoanalytischen Bibliothek Berlin.

Sein Vortrag begleitet die Release des neuen Heftes von Gert & Uwe Tobias.

Relaunch der Heftreihe „Kunstpädagogische Positionen“

„Was lange währt, wird endlich gut!“, sagt man manchmal – und ich denke, dass diese sprichtwörtliche Rede in Bezug auf die neuen Hefte der „Kunstpädagogischen Positionen“ trifft.

Nach langen Verhandlungen über Layout, Heftgröße, Preis und den damit verbundenen Versuchen mit verschiedenen Druckereien und Distributionsformen geht nun (endlich) die Neuauflage der Reihe „Kunstpädagogische Positionen“ an den Start. Zu den schon bekannten blauen Heften aus Hamburg, gesellen sich jetzt und zukünftig grüne Hefte (wie oben zu sehen) aus Oldenburg und rote Hefte aus Köln, entsprechend den Standorten der drei neuen Reihenherausgeber Andrea Sabisch, Eva Sturm und Torsten Meyer.

Mit dem Relaunch der Reihe haben die Herausgeber auch ein leicht verändertes Editorial verfasst, das die Ziele der Reihe in ihrer jetzigen Form folgendermaßen beschreibt:

„Gegenwärtig tritt die Koppelung von Kunst & Pädagogik, Kunstpädagogik, weniger durch systematische Gesamtentwürfe in Erscheinung, als durch eine Vielzahl unterschiedlicher Positionen, die aufeinander und auf die Geschichte des Faches unterschiedlich Bezug nehmen. Wir versuchen dieser Situation eine Darstellungsform zu geben.

Wir setzen die in Hamburg begonnene Reihe fort mit kleinen Publikationen, in der Regel von Vorträgen, die im Arbeitsbereich Ästhetische Bildung der Universität Hamburg (blaue Hefte), dem Institut für Kunst & Kunsttheorie der Universität zu Köln (rote Hefte) und dem Arbeitsbereich Kunst-Vermittlung- Bildung der Universität Oldenburg (grüne Hefte) gehalten wurden.

Im Rahmen der Bildung und Ausbildung von Studentinnen und Studenten im Bereich der Koppelung von Kunst & Pädagogik als Unterricht, Vermittlung oder Bildung wollen wir Positionen zur Kenntnis bringen, die das Lehren, Lernen und die bildenden Effekte der Kunst konturieren helfen.“

Torsten Meyer und seine Kölner Mitarbeiter haben dankenswerterweise einen Online-Shop eingerichtet, in dem man nun sowohl die Hefte aus Hamburg, Köln und Oldenburg kaufen (Papier) als auch downloaden (PDF) kann.

Neu in der Reihe erschienen sind zwei Vorträge aus Oldenburg, die dort im Rahmen der Ringvorlesung „Kunstpädagogische Positionen“ im WiSe 2009/10 gehalten wurden:

Maike Aden; Maria Peters: “Standart”. Möglichkeiten, Grenzen und die produktive Erweiterung kompetenzorientierter Standards in performativen Prozessen der Kunstpädagogik, Kunstpädagogische Positionen 22, (hgg. von Alexander Henschel, Eva Sturm, Manuel Zahn) Oldenburg 2011

Bernhard Balkenhol: in Kunst, um Kunst und um Kunst herum. Kunstpädagogische Positionen 23, (hgg. von Alexander Henschel, Eva Sturm, Manuel Zahn) Oldenburg 2012

Weitere Hefte aus Oldenburg mit Vorträgen von Karl-Josef Pazzini, Christine Heil, Helmut Hartwig und Pierangelo Maset folgen bald. Es lohnt sich also, in kurzen Abständen in den oben genannten Shop reinzuschauen.

Tagung Subjekt, Medium und Bildung

In der Universität zu Köln findet vom 22.-24.03.2012 eine Tagung zum Thema „Subjekt Medium Bildung“ statt, die von Torsten Meyer und Benjamin Jörissen in Kooperation mit der wissenschaftlichen Sozietät Kunst, Medien, Bildung und dem Theorieforum Medienpädagogik veranstaltet wird.

Das Tagungsvorhaben befasst sich mit dem zunehmend offensichtlicher werdenden Missmatch von wesentlich auf das 18./19. Jahrhundert zurückgehenden theoretischen Konzeptionen von Bildung, die diese als ein auf das Subjekt als Individuum (und das Individuum als Subjekt) bezogenes Phänomen denken, und den wesentlich auf kollaborativen und netzwerkförmigen sozio-technischen Prozessen beruhenden Bildungs-Praktiken in globalen, digitalen Kommunikationsnetzen.

Veränderte Medialität führt zu veränderter Subjektivität: diese mediologische These im Schnittfeld von Medien- und Bildungsgeschichte(n) soll im Zentrum der Tagung stehen. Nichts ist so gravierend für das Selbst-Verständnis einer Gesellschaft wie die geschäftsführenden Verbreitungsmedien (Luhmann). So war das Buch nicht nur in metaphorischem Sinn das bevorzugte Behältnis der großen Erzählungen. Mit der massenhaften Reproduktion des druckbaren Wissens nahm auch die Erzählung von der „Bildung des Menschen“ (Humboldt) als Bücher lesendes Individuum ihren Lauf. Und auch der Individualisierungsschub, den die Erfindung der Zentralperspektive als Abbildungstechnologie, Symbolische Form (Panofsky) und als imaginäre Struktur ausgelöst hat, war der Entstehung des wohl definierten und autonomen, bürgerlichen Subjekts mehr als zuträglich. Sind es aber die Strukturaspekte gesellschaftlicher Leitmedien, in denen Subjektivität entsteht und geformt wird, muss diese im Kontext radikaler Leitmedienwechsel immer wieder hinterfragt werden.

In der „informatisierten Gesellschaft“ – nun in der Version 2.0 – verliert das alte Prinzip, wonach der Wissenserwerb unauflösbar mit der Bildung des Geistes und der Person verbunden ist, an Bedeutung. Wissen wird zu etwas Äußerlichem, das nicht mehr in, sondern zwischen Köpfen gedacht wird. Es beginnt sich eine neue Form des Verhältnisses zum Wissen zu etablieren, die mit Subjekt-Wissen, Mensch-Wissen, Buch-Wissen, Bibliotheks-Wissen und Schul-Wissen nur noch marginal zu tun hat: Das Subjekt von Bildungsprozessen unter den Bedingungen globaler Vernetzung muss – anders als wir es bislang den bildungstheoretischen Traditionen entsprechend zu denken gewohnt sind – möglicherweise auf das „lernende Netz“ und die sich darin bildenden Communities bezogen werden gedacht werden. In der Folge von „Communities of Practice“ (Wenger) und „Communities of Project“ (Faßler), von „lernenden Gemeinschaften“ und deren „kollektiver Intelligenz“ (Levy) verliert das Individuum als erkenntnistheoretisches Paradigma an Exklusivität zugunsten des Wissen schaffenden Projekts und der sich darum bildenden Community: Mit den Erzählungen von der Aufklärung und der Emanzipation, der Idee vom Fortschritt, dem Diskurs der Wahrheit und der Vorstellung vom Wissen schaffenden Subjekt als kartesischem cogito hat das immer weniger zu tun.

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