Helga Kämpf-Jansen ist tot

Am 18. Februar ist Prof. Dr. Helga Kämpf-Jansen im Alter von 71 Jahren in Kassel verstorben. Mit ihrem Konzept »Ästhetische Forschung« legte Sie 2001 ein bald vergriffenes Buch vor, welches nicht nur im Kunstunterricht, sondern auch im Rahmen der Lehrerbildung an Hochschulen bis heute viel diskutiert wird. Mit Helga stirbt eine der ersten kunstpädagogischen Professorinnen, die kunstdidaktisch, künstlerisch und menschlich für eine Kunstpädagogik eingetreten ist, die Denken und Machen geist- und erfindungsreich verbindet. Die Pressemitteilung der Uni Paderborn finden Sie hier

Brief von Silvia Henke an Karl-Josef Pazzini

[…] In der Schweiz [jedoch] legt die Rechte weiter zu, sie wird immer lauter, immer frecher, übernimmt Mediengruppen und die Linke serbelt weg. Die nächsten Wahlen werden katastrophal: aus Angst vor dem Druck der EU wird die SVP mit ihren Lügen einer Schweiz von gestern nochmals zulegen. Wenn sie aber mit den anderen Rechten aus der Mitte auf über 50% kommt, dann haben wir bald eine Parteidiktatur. Das wird auch angestrebt. Sie würden so Institutionen wie unsere Kunsthochschule sofort schliessen. Mir ist dazu einfach auch noch in den Ohren, wie Sie in Romainmôtier einmal mit einer mahnenden Gelassenheit gesagt haben, dass es doch eigentlich gut gehe in unserer Gesellschaft, nur scheint ein Grossteil der Menschen das nicht zu merken. Woher kommt die Angst in einem Land wie der Schweiz, dem es soooo gut geht? Es ist beschämend, denn diese Angst kommt nicht aus Not. Sie entsteht vor unser aller Augen durch Propaganda.

Ich schreibe das als Einleitung, weil ich denke, man kann es nicht genug sagen: es wird ein scheusslicher Abstimmungskampf betrieben im Namen „kultureller Identität/nationaler Werte“ und man muss die Schweiz jetzt unter Beobachtung stellen bis zu den Wahlen im Herbst, weil sie noch immer so harmlos und fortschrittlich erscheint gegen aussen. Sie ist es nicht. Wenn Sie eine Plattform kennen, die eine Veranstaltung des 2010 gegründeten Forums „Kunst & Politik“ aufnehmen würde (in Hamburg), wäre das willkommen.

(www.kunst-und-politik.ch)
Es ginge weniger um die alte Frage, ob aus Kunst Widerstand kommen kann, sondern nur um die Frage: wie? […]“

Vom Hamburgs Ödland ästhetischer Bildung

Seit der gescheiterten Schulreform ist Bildung und Schulpolitik zum Tabu in Hamburgs Behörden geworden. Während Bürgermeister Ahlhaus auf seiner Homepage »Ruhe für Hamburgs Schulen« verkündet – was bei den fehlenden Bildungsplänen eher zynisch wirkt – , streicht sein Senator Wersich mit der Deputation möglicherweise am 22. Februar eine verlässliche Grundlage für die gesamte ästhetische Bildung.
Deputationen sind eine hamburgische Spezialität, die die Mitwirkung der Bürger an politischen Entscheidungen garantieren soll. Dass eine Deputation im bestehenden Proporz (=15 ehrenamtliche Bürger – 7 CDU, 6 SPD, 1 GAL, 1 Die Linke) jedoch zwei Tage, nachdem der Senator vermutlich abgewählt sein wird, über das Ende der Ästhetischen Bildung entscheidet, ist ungeheuerlich. Vor allem fehlt es aber an einer angemessenen Expertise, die die gesellschaftlichen Folgen und Dimensionen derartiger Entscheidungsprozesse aufzeigt.
Trotz des schlechten Zeugnisses in der überregionalen Presse bastelt Hamburg mit kaufmännischer Expertise nicht nur an einer rigorosen Reduzierung der Kunst naht, sondern der gesamten ästhetischen Bildung, da die Fächer Kunst, Theater und Musik keine langfristig verlässliche Planungssicherheit seitens der Behörde erhalten, wie sie in der Lehrerbildung auch an Universitäten und Kunsthochschulen in Zukunft nur noch eine unsichere Zukunft haben.
Die Kontingentierung der Stundentafel verschiebt die Verantwortung einer ästhetischen Bildung für alle auf die vermeintliche Autonomie der Schulen. Das ist keine Politik, sondern eine rein verwaltende Sparmaßnahme unter dem Deckmantel der Förderung einer dynamischen Schulentwicklung. Es findet eine Hierarchisierung von wichtigen und unwichtigen Fächern statt. Während das Kontingent für Sport fix gesetzt ist, muss in der Fachgruppe der ästhetischen Fächer wie auf einer Auktion geboten werden. Fachliche Begründungen sind kaum mehr notwendig, die Entscheidungen der Schulleitungen vermutlich meistens pragmatisch, in Abhängigkeit vom vorhandenen Personal und den Vorlieben von Eltern des Einzugsgebiets. Weiterlesen

Protest gegen die Streichung des verpflichtenden Kunstunterrichts

In Bezug auf die letzten Veröffentlichungen („Anfang vom Ende der Kunst“ im Hamburger Abendblatt, „CDU-Kandidat Scheuerl und Senator Wersich streiten über Kunstunterricht“ in Die Welt, die Pressemitteilung der Behörde für Schule und Berufsbildung mit dem Titel „Abschaffung von Kunst in der Schule“, die beiden Darstellungen der taz: Streit um Lehrpläne, Wo bleibt die Kunst?, die Hamburger Morgenpost) haben sämtliche didaktische Vertreter der sprachlichen und ästhetischen Fächer der Lehrerbildung an der Universität Hamburg ihre Sorge und Empörung gegenüber der geplanten drastischen Kürzung des Kunstunterrichts zum Ausdruck gebracht. In einem Brief an Senator Wersich heißt es: »Wir schließen uns dem Protest der HfBK und des BDK (Fachverband für Kunstpädagogik) an und fordern entsprechend ›eine Gleichbehandlung der musischen Fächer in der Schule, und die Kontinuität eines in ausreichender Stundenzahl – also mindestens zweistündig – erteilen Unterrichts in jedem musischen Fach‹(BDK-Stellungnahme vom 27.01.2011) Die Pressemitteilung der Behörde, »es ändere sich in der neuen Stundentafel gegenüber jetzt nur wenig« ist ebenso wenig nachvollziehbar wie die Verlagerung der politischen Verantwortung von der Behörde auf die Schulen, die dann über eine ästhetische Bildung für alle in der Hansestadt selbst entscheiden sollen.« In einer Stadt, die als Wiege der deutschen Kunstpädagogik angesehen werden kann sprachen Sie sich daher vehement gegen die unsinnigen, kunstfeindlichen und ignoranten Kürzungspläne der Hamburger Behörde aus.

Tagung: Perspektiven der Verknüpfung von Kunst, Medien und Bildung

Freitag, den 25.02.2011 von 15-20 Uhr:

Die wissenschaftliche Sozietät Kunst, Medien, Bildung stellt sich die Aufgabe, existierende und denkbare Verknüpfungen von Kunst, Medien und Bildung zu erforschen, darzustellen und deren Ergebnisse zu publizieren. Unter dem Stichwort „Medienbildung“ soll mit der geplanten Tagung eine erste Perspektive auf das Feld dieser Verknüpfungen beleuchtet werden. Dass der Begriff der „Medienbildung“ sich in den letzten Jahren über einen rein medienpädagogischen Diskurs hinaus bis in öffentliche bildungspolitische Diskussionen etabliert hat, kann als Zeichen für das enorme Ausmaß des globalen medienkulturellen Wandels und seiner gesellschaftlichen Folgen gelten. Traditionelle bewahrpädagogische und kulturkritische Positionen scheinen dem nicht mehr angemessen. Vielmehr impliziert der Begriff komplexere Reaktionen auf das Neue der neuen Medienkulturen.

Als Gastreferent wird Benjamin Jörissen (Magdeburg), der gemeinsam mit Winfried Marotzki das Konzept der „strukturalen Medienbildung“ entwickelt hat, einen Beitrag aus medienpädagogischer und bildungstheoretischer Perspektive leisten.

Samstag, den 26.02.2011 von 10-16 Uhr:
Gemeinsame Entwicklung neuer Perspektiven für die Arbeit in der Sozietät – weitere Tagungen und Publikationen, Mitgliederversammlung – mit

Sympathisierende der Sozietät – z.B. Kunstpädagog/innen, aber auch Kunsttheoretiker/innen und Medienpädagog/innen, Kunstvermittler/innen – sowie neu Interessierte sollen für die Idee der Sozietät und als potentielle neue Mitglieder gewonnen werden und sind zur Teilnahme an der Tagung, sowohl Freitag, als auch Samstag herzlich eingeladen.

Kosten: Nicht-Mitglieder 10 € (Studenten 5€) pro Tag, Mitglieder kostenfrei
Wann? Die Tagung findet statt von Freitag, den 25.02.11, 15-20 Uhr und Samstag, den 26.02.11 von 10-16 Uhr.
Wo? Universität Hamburg, Fakultät EPB, Von-Melle-Park 8, 20146 Hamburg
Räume 205-207.

Nachfragen und Anmeldungen an andrea.sabisch[at]uni-hamburg.de

Nähere Infos finden Sie hier

Interdisziplinäre Tagung: Ästhetik des Unscheinbaren

Am kommenden Wochenende vom 11.-13.02. findet in Berlin in der alten Bibliothek der Universität der Künste Berlin, Hardenbergstr. 33, 10623 Berlin Charlottenburg eine Tagung statt, die Constanze Rora (Leipzig) und Stefan Roszak als Geschenk für Gundel Mattenklott konzipiert und organisiert haben. Nähere Informationen finden Sie hier

Visuelle Modelle – Ausstellung in der HCU


Wir laden Sie ein zur Ausstellung visueller Modelle, die im Masterseminar an der Hafencity Hamburg entstehen.
Freitag, den 4. Februar 2011 von 10-13 Uhr in der HCU, Averhoffstr. 38, HH, 3. OG.

Visuelle Modelle sind beispielhafte Konstruktionen und Entwürfe, die es uns ermöglichen, „den Ausblick auf etwas ansonsten Unzugängliches oder Ungedeutetes zu eröffnen“ (Boehm 2008, 140). Visuelle Modelle veranschaulichen, filtern, organisieren, strukturieren, symbolisieren, funktionalisieren und reflektieren unsere Wahrnehmung von der Welt. Ihre Kraft liegt darin, dass sie Sehen und Denken verbinden.
Das wohl bekannteste visuelle „Modell“, welches die europäische Geschichte, die bildhafte Darstellung und damit einhergehend unsere Sehgewohnheiten entscheidend beeinflusste, war die Entdeckung der Zentralperspektive. Wurde die Perspektive in der Renaissance noch als ein Modell des Abbildens neben anderen gedacht, stellt sie spätestens seit der Erfindung der Fotografie eine heute noch selbstverständliche Ordnung des Sehens dar. Sie wurde zur symbolischen Form, die unsere gesellschaftliche, wissenschaftliche und pädagogische Zeit entscheidend formierte. Spätestens seit dem digitalen Zeitalter scheint die Perspektive jedoch in der Auflösung begriffen. Nach Lev Manovich ist die symbolische Form des 21. Jahrhunderts vielmehr als Datenbank zu denken…
Welche visuellen Modelle gibt es also zwischen Zentralperspektive und Datenbank? Wie werden sie dargestellt? Als plastisches Objekt, als Skizze, als mathematische Formel, als Karte, als Atlas? Wie verknüpft sich in den Modellen Wahrnehmung mit Erkenntnis?

Wissenschaftliche Mitarbeiter/innen gesucht

Im unserem Arbeitsbereich Ästhetische Bildung sind ab heute zwei halbe Stellen für wissenschaftliche Mitarbeiter/innen ausgeschrieben. Nähere Informationen können unter folgenden links eingesehen werden:
http://www.verwaltung.uni-hamburg.de/stellenangebote/Erzwiss_4_1_28-01-2011.pdf
http://www.verwaltung.uni-hamburg.de/stellenangebote/Erzwiss_4_28-01-2011.pdf