Kunstpädagogischer Nachmittag: Braucht Kunst einen Kanon?

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Kunstpädagogischer Nachmittag, veranstaltet vom Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung Hamburg und
Universität Hamburg, Fakultät für Erziehungswissenschaft, Psychologie und Bewegungswissenschaft, Forschungs- und Le[]rstelle Kunst • Pädagogik • Psychoanalyse

Diskussionsveranstaltung mit

  • Dr. Fritz Seydel: „Kunst im Kanon?“
  • Prof. Franz Billmayer: „…. aber wer braucht die Kunst?“
  • Prof. Dr. Torsten Meyer/Julia Ziegenbein: „Aktuelle Kunst in die Schule!! Projekt kiss, am Beispiel einer Kooperation mit Peter Piller“
  • Prof. Peter Piller: „Woher ich was lernte“

27. Mai 2009, 16:00 – 19:00 Uhr
Von-Melle-Park 8, 20146 Hamburg, Raum 05

Lehrer-Performances „Entre les murs“ (F 2008).

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Am 7. Mai 2009 findet eine weitere Filmveranstaltung in der Reihe „Lehrer-Performances. Spiel/Filmbeispiele“ in Kooperation mit [FuL] Forschungs- und Le[ ]rstelle statt. Manuel Zahn zeigt und diskutiert zusammen mit Karl-Josef Pazzini den Film „Entre les murs“ (F 2008).
Die Veranstaltung beginnt um 18.00 Uhr in Rm 504, VMP 8.

Laurent Cantents Film hat in Cannes die Goldene Palme gewonnen. Das macht „Entre les murs“ nicht nur für die Reihe der filmischen Lehrer-Performances interessant, es ist auch ein Zeichen für das bestehende Interesse am filmischen Blick ins Gemäuer des schulischen Klassenzimmers.
Die französische Doku-Fiktion zeigt im Laufe eines Jahres Unterrichtsszenen einer 9. Klasse an einer Schule im 20. Arrondissement von Paris. Von der ersten bis zur letzten Filmminute spielt der Film innerhalb dieser Schulmauern: alles ist Schule. Auch Cantents Schauspieler-Ensemble setzt sich aus dem ehemaligen Lehrer François Bégaudeau – der auch die Buchvorlage des Films schrieb – und einer Gruppe von laienschauspielenden Schülern zusammen. Der Lehrer spielt die zentrale Lehrer-Figur und die Schüler spielen während der Filmaufnahmen entwickelte Schüler-Figuren. Neben dieser spannenden Konstruktion, steht für uns mit Cantents Film vor allem die Frage nach der Funktion der Sprache in den schulischen Lehr-Lern-Situationen an diesem Abend im Mittelpunkt.

Abschiedsvorlesung Wolfgang Legler

In seiner öffentlichen »Abschiedsvorlesung« rekonstruiert Prof. Dr. Wolfgang Legler, ausgehend von den Anfängen eines Zeichenunterrichts für Laien in der Renaissance, die historisch wechselnden Intentionen, Inhalte und Methoden des Zeichen- und Kunstunterrichts. Weitere Schwerpunkte liegen auf der Begründung des Volksschul-Zeichenunterrichts durch Pestalozzi und seine Schüler, auf den Anfängen der Kunsterziehungsbewegung in Hamburg am Ende des 19. Jahrhunderts, der sogenannten »zweiten Phase der Kunsterziehungsbewegung« zwischen den Weltkriegen und den Entwicklungen von 1945 bis in die 90er Jahre des 20. Jahrhunderts. Dabei werden auch die Beziehungen zwischen kunstpädagogischen Positionen und Entwicklungen der bildenden Kunst sowie Impulsen aus Bildungstheorie und Allgemeiner Didaktik in den Blick genommen.

06.04.2009
Methodische Vorbemerkungen, eine schwierige Vorgeschichte und frühe Methodenkonzepte
20.04.2009
Aus Anlass der Aktionswoche »Rettet die Bildung«: Bildungsökonomie und Kunstpädagogik – Wie Politik und Wirtschaft die Entwicklungen des Zeichen- und Kunstunterrichts mitbestimmt haben
27.04.2009
Comenius, Rousseau, Pestalozzi und die Begründung eines allgemeinbildenden Zeichenunterrichts
04.05.2009
Schillers Idee einer ästhetischen Bildung und die Einführung des Elementarzeichnens an den preußischen Volksschulen
11.05.2009
Disziplinierung und gewerbliche Ausrichtung des Volksschulzeichenunterrichts vor der Kunsterziehungsbewegung
18.05.2009
Die Entdeckung der freien Kinderzeichnung und die Anfänge der Kunsterziehungs-bewegung in Hamburg
25.05.2009
Julius Langbehn und Alfred Lichtwark – Kulturkritik und reflexive Modernisierung als Motive der Kunsterziehung
08.06.2009
Die zweite Phase der Kunsterziehungs-bewegung und das Problem der »Volkskunst«
15.06.2009
Die NS-Zeit und die schwierige Neuorientierung der Kunstpädagogik nach 1945
22.06.2009
Reinhard Pfennig und Gunter Otto – Die Kunst-Pädagogik entdeckt ihren Gegenstand
29.06.2009
Reformansätze der 70er Jahre des 20. Jahrhunderts und die Ästhetische Erziehung als »Integrationskonzept«
06.07.2009
Tendenzen der 80er und 90er Jahre des 20. Jahrhunderts und die Aktualität der ästhetischen Bildung
13.07.2009
Kolloquium

Kunst Pädagogik Forschung

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So sieht es also nun aus. Und nun endlich wird es auch erscheinen. Im Moment ist es im Druck und wird im Laufe des Monats erhältlich sein:

Meyer, Torsten; Sabisch, Andrea (Hg.): Kunst Pädagogik Forschung. Aktuelle Zugänge und Perspektiven. Bielefeld: transcript 2009

[weiterlesen in Meyers blog]

Interdisziplinäre Tagung „Inszenierung von Wissenschaftspraxis“ am 18.-19.2.2009

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Jede Wissenschaft ist an bestimmte Inszenierungs- und Repräsentationsweisen gebunden, um öffentlich wirksam und kommunizierbar zu werden. Darstellbarkeit und Darstellung sind aber nicht unabhängig von der Forschung zu denken, sondern sind vielmehr Bestandteile des spezifischen Wissens und ihrer Produktion. Durch die digitale Zäsur und neue visuelle Möglichkeiten der Repräsentation verändern sich gegenwärtig nicht nur die wissenschaftlichen Darbietungen, sondern die wissenschaftliche Praxis selbst. Der Einzug visueller Darstellungsmodi und Kommunikationsstrukturen berührt die Wissenschaftspraxis von Natur- und Geisteswissenschaftlern derzeit gleichermaßen: Neben bildgebenden Verfahren wurden neue visuelle Datenerhebungs- und Auswertungsmethoden entwickelt, die eine neue Speicherung und Archivierung erfordern, neue Publikations- und Editionspraktiken und damit auch neue Forschungsgegenstände, Laboratorien und Distributionswege entstehen lassen. Gerade die Wissenschaftspraxis, und zwar sowohl die geisteswissenschaftliche als auch die naturwissenschaftliche, entzieht sich jedoch einer breiten Bevölkerungsschicht. Was tut ein Theaterwissenschaftler, Physiker oder ein Philosoph, wenn er forscht? Wie arbeitet ein Kunsthistoriker, ein Erziehungswissenschaftler oder ein Biologe und wie lässt sich das darstellen?

Programm und Anreise

Projektseminar: Kommunikation und kulturelle Innovation im Zeitalter der Postironie und Utopie 2.0 (in Kooperation mit dem Schweizer Künstlerduo Com&Com)

Sommersemester 2009: In Kooperation mit Theresa Rieß (kiss-Stipendiatin, Kunsthochschule Kassel) und Johannes M. Hedinger (Com&Com)

Das Künstlerduo Com&Com, einst selbst durch ironische Zitatwerke bekannt geworden, riefen für 2009 das Jahr der Postironie aus. Programmatisch steht am Anfang ein Manifest: http://www.postirony.com. Unter diesem Dach wird es verschiedene Manifestationen geben, mindestens eines auch auf dem Campus der Universität Hamburg: „Unbuilt road #1“ (Arbeitstitel) ist ein Projekt, bei dem unrealisierte poetisch bis verrückte Ideen und Träume aufgespürt, sichtbar gemacht und teils realisiert werden.
Anhand des Projektes lassen sich Schnittstellen zwischen realen und virtuellen Räumen, zwischen Wünschen, Sehnsüchten und Lebenswirklichkeiten untersuchen. Das Seminar kreist um Themen wie Kreativitätstechniken, Partizipationsprozesse, kulturelle Innovation, Agenda-Setting, virales Marketing und visuelle Kommunikationsstrategien in social networks und collaboration webs, aber auch um soziale Utopien, Bildungsideale, Nachhaltigkeit, neue Emotionalität und die ungebrochene Schönheit (Beauty is the new Punk).

[Weiterlesen bei Meyers Lehre]

questions about art: documenta-dock.net

Bernhard Balkenhol fasst die grundlegende Idee des Konzepts quasi schlüssig zusammen: „Gegenwartskunst ist eigentlich nicht schwer zu vermitteln, weil man selbst ja Bestandteil dieser Gegenwart ist. Wenn man diese Gegenwart als Gegenwart ernst nehmen würde, hätte man wahrscheinlich weniger Probleme, diese Kunst ernst zu nehmen und damit die Kunst auch zu verstehen.“

Er meint das zwar gar nicht explizit bezogen auf das Projekt documenta-dock.net, sondern antwortet allgemein auf die Frage „Warum ist zeitgenössische Kunst so schwer zu vermitteln?“ Aber für das Konzept documenta-dock.net passt es auch: Aktuelle Medientechnologie wird genutzt, um Zugänge zur aktuellen Kunst zu schaffen. Die Gegenwart wird als Gegenwart ernst genommen, indem Gegenwartsmedientechnologie verwendet wird, um Gegenwartskunst zu vermitteln. [weiterlesen in Meyer’s blog]